LUXEMBURG
CLAUDE TURMES

Heute ist der Internationale Tag zur Erhaltung der Ozonschicht, die Tiere und Menschen vor Strahlenschäden durch die Sonne schützt. Der Tag ist ein Beispiel dafür, wie Staaten gemeinsam ein Problem, das die Umwelt und die Natur bedroht, in Angriff nehmen können. Ein ähnlich gemeinsames und erfolgreiches Vorgehen wünscht sich der Europaabgeordnete Claude Turmes auch beim Thema Klimawandel. 

„Der Tag der Erhaltung der Ozonschicht, der 1994 zum ersten Mal gefeiert wurde, erinnert an das Montrealer Protokoll. Der im Jahr 1987 verabschiedete internationale Vertrag gilt als Vorbild für ein erfolgreiches multilaterales Umweltabkommen. Beunruhigt durch Hinweise auf eine dünner werdende Ozonschicht und aufgeschreckt durch das kurz zuvor entdeckte Ozonloch über der Antarktis, verpflichteten sich die Unterzeichnerstaaten, die Emissionen von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) und anderen chlor- und bromhaltigen Gasen, die in der Stratosphäre zum Ozonabbau beitragen, zu reduzieren. 

Die Übereinkunft trug ihre Früchte; ozonschädliche Chemikalien wurden verboten und Konsumenten stiegen auf Produkte um, die keine für die Ozonschicht schädlichen Gase beinhalten. Das Ozonloch verkleinert sich nach und nach und die Ozonschicht erholt sich bewiesenermaßen. Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts könnte sich der Schutzschild vollständig regeneriert haben. Der Kampf für die Ozonschicht hat auf eindrucksvolle Weise gezeigt, dass die internationale Gemeinschaft ihre Differenzen zum Schutz der menschlichen Gesundheit und im Sinne der Umwelt beiseitelegen und zusammenarbeiten kann.

Ozonloch und Klimawandel sind zwei unterschiedliche Folgen der Industrialisierung. Während wir die Ozonschicht-Problematik in Angriff nehmen konnten, bleibt der Klimawandel eine wichtige und sich ständig verschärfende Herausforderung, die internationalen Zusammenhalt fordert. Der Abschluss des Pariser Klimaabkommens hat wieder einmal gezeigt, dass die internationale Gemeinschaft zusammenarbeiten kann. Jetzt muss dafür gesorgt werden, dass die Pariser Klimaziele konsequent umgesetzt werden. 

Bürger, Organisationen, Städte und Regionen arbeiten beispielhaft und mancherorts - wie beispielsweise in den Vereinigten Staaten - trotz gegenteiliger Initiativen ihrer Staatsoberhäupter daran, die Auswirkungen des Klimawandels so gering wie möglich zu halten. Ich bin mir sicher, dass wir es zusammen, durch eine konsequente Umstellung unserer Wirtschaft und unseres Konsumverhaltens, ein weiteres Mal schaffen werden, die Herausforderungen zu bewältigen.

Am 16. September ist für mich deshalb nicht nur der Tag zur Erhaltung der Ozonschicht, sondern der Tag, an dem wir die Fähigkeit des Menschen feiern, zum Schutze seiner Umwelt und seiner selbst, tiefgreifende Veränderungen vorzunehmen und Herausforderungen gemeinsam zu überwinden.“