LUXEMBURG
PATRICK WELTER

5. SAMU-Einheit am Findel geht einen Monat früher in Betrieb als geplant

Wir sind gerüstet. Ganz so martialisch hat es Innenministerin Taina Bofferding nicht ausgedrückt, aber so kann man das Ergebnis der gemeinsamen Pressekonferenz der Ministerin mit CGDIS-Generaldirektor Paul Schroeder zusammenfassen.

Das großherzogliche Rettungskorps kann, dank des quasi stillstehenden Wirtschaftslebens auf die volle Zahl an ehrenamtlichen Einsatzkräften, nämlich 4.100, zurückgreifen, hinzu kommen weitere 550 hauptamtliche Retter und 200 Verwaltungs- und Technikkräfte. Materialmängel gibt es auch keine. Damit können alle „normalen“ Notfälle wie gewohnt abgedeckt werden, also Auto-, Arbeitsunfälle oder Brände. Die allerdings derzeit situationsbedingt weniger auftreten, die Innenministerin rechnet aber mit mehr Haushaltsunfällen.

Bofferding befürchtet aber das es durch Stress zur Zunahmen der häuslichen Gewalt kommen kann und verweist auf die Notrufnummern für solche Fälle wie 45 45 45, die weiter funktionieren oder den Anruf bei der Polizei unter 113.

Kooperation bleibt

Die grenzüberschreitenden Einsätze des CGDIS bei Unglücksfällen verlaufen auch in der gewohnten Form, man hilft sich im Rahmen der Möglichkeiten. Leider müssen wegen einiger gesperrter Grenzübergänge Umwege gefahren werden. Landesintern wird die Errichtung einer fünften Notarzt-Station auf den 1. April vorgezogen. Die fünfte SAMU-Basis wird direkt bei der Air-Rescue am Flughafen angesiedelt. Für Schroeder bewährt es sich in der aktuellen Situation, die neue SAMU-Stationen nicht direkt an Kliniken anzubinden.

Besonders geschützt sind die Mitarbeiter der Notrufzentrale 112, bei denen es zu keinen Ausfällen kommen soll. Die Bevölkerung hat zwischenzeitlich auch die CORONA-Hotline 8002 8080 akzeptiert und nützt die 112 nur für klassische Notrufe. Zur Eigensicherung sind die Ambulanzen in Zukunft nur noch mit zwei Personen besetzt, bisher waren drei Rettungskräfte pro Fahrzeug möglich. Begleitpersonen von Opfern werden, außer bei Kindern nicht mehr im Rettungswagen mitgenommen. Eingestellt wurde auch der Notdienst „First Responder“, was aber die Situation laut CGDIS nicht verschlechtert, da praktisch alle Rettungswagen einsatzbereit sind. Wer übrigens zur Risikogruppe gehört darf keine Ambulanzeinsätze fahren. Auch in den Reihen der Rettungskräfte gibt es mittlerweile Fälle von Coronavirus-Infektionen, sagte Schroeder. Für Verdachtsfälle hat das CGDIS eine eigene Station. Auch für die Desinfektion der Fahrzeuge.