CLAUDE KARGER

Es knarzt gar fürchterlich im CSV-Gebälk seitdem sich der post-20. Oktober-Schock-Zustand nach und nach löst und manche Exponenten geschnallt haben, dass es an der Zeit ist, aus der Schmoll-Ecke heraus zu kriechen. Einer wie CSJ-Chef Serge Wilmes zum Beispiel. Da hatte sich das Leitwölfchen der CSV-Welpen noch am 24. Oktober von der Mutterpartei vorschicken lassen, um sich in einer äußerst fehlerhaften Pressemitteilung über das angeblich mangelnde Demokratie-Verständnis der Gambia-Koalitionäre aufzuregen und dann beklagt er sich wenige Tage später gemeinsam mit einem CSJ-Fräulein über die „Diktatur“ innerhalb der CSV.

Der Groll der Granden war gigantisch: „Tags darauf setzt es hinter verschlossenen Türen nämlich eine saftige Watschen“, wusste das „Wort“ am Samstag zu berichten, „ein Palastrevolutiönchen zettelt man eben bei den Christlich-Sozialen auch mit einem sehr guten persönlichen Wahlresultat nicht ungestraft an“. Anscheinend wurde Wilmes sogar schwer gewoltert. Dass er diese Woche nicht der Einzige war, wird sicher nur ein schwacher Trost für ihn sein. Aber Gemach. Vielleicht bekommt in nächster Zeit der eine oder andere Platzhirsch in der CSV ohnehin selbst noch gehörig den A... versohlt. Nicht auszuschließen, dass die Jungspunde kräftig mit Hand anlegen.