LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Brasilien-Mord: Fortsetzung des Prozesses um den Mordfall Henri Z.

Seit dem 27. April 2015 läuft am Bezirksgericht Luxemburg der Mordprozess gegen Brigitte D. sowie Tania M. und deren Sohn Diego M. Sie werden beschuldigt, den Mord am damals 71-jährigen Immobilienhändler Henri Z. in Auftrag gegeben zu haben. Z. wurde am 25. Oktober 2011 in Brasilien mit fünf Kopfschüssen getötet.

Komplott auf Komplott

Mit den Aussagen der beiden angeklagten Frauen Brigitte D. und Tania M. wurde gestern der Prozess gegen die drei mutmaßlichen Mord-Auftraggeber fortgesetzt. Die angeklagte Tania M. wurde von Prosper Klein arg in die Mangel genommen. Der Vorsitzende Richter Klein wollte deshalb von der Angeklagten wissen, wieso Brigitte D. ohne ihr Wissen, sich zuerst an Diego gewandt hatte, um diesen in ihren Mordplan einzuweihen. Tania sagte, dass Brigitte ihr nicht getraut habe, weil sie ein zu loses Mundwerk habe. Es soll ein Deal zwischen einem Luxemburger und der Angeklagten Brigitte D. bestanden haben. Brigitte hätte einem Luxemburger ein Bistrot und ein Appartement versprochen, wenn er Z. töten würde. Tania gab zu Protokoll, dass G. und ein Mann mit blauen Augen Z. aufgelauert hätten, als er mit dem Fahrrad unterwegs war. Das Gericht fragt sich natürlich, wer diese beiden Männer sind. Es soll sich um zwei Luxemburger handeln.

Brigitte hätte über Telefon mit Diego das Brasilien-Komplott angezettelt, sagte Tania M. Vor dem Abflug nach Brasilien hätte sie nichts vom Komplott gewusst. Als Brigitte ihr dann vom Mord erzählte, kontaktierte sie Diego über Skype. Der hätte ihr gegenüber den Mord zugegeben und gesagt, sie solle sich nicht einmischen.

Diego war ihr „Baby“

Von nächtlichen Spaziergängen wird in Brasilien dringend abgeraten. Das wusste der erfahrenen Immobilienhändler Z. Und trotzdem wurde er am 21. Oktober 2011 am Strand überfallen. Brigitte hätte Tania davon berichtet. Das rief den Vorsitzenden Richter auf den Plan. „Haben Sie davon gewusst“? Es wäre ein Mordversuch gewesen, sagte die Angeklagte, Brigitte hätte ihr davon erzählt.

Als Z. aus dem Hospital entlassen wurde, sei Diego mit zwei Männern und Brigitte D. mit Z. im Wagen nach Axé Moi gefahren. Das war am 25. Oktober 2011. Die vier Personen hätten Z. in die Straße gefahren, wo er mit fünf Kopfschüssen getötet wurde. Tania M. behauptete, ihr Sohn Diego habe ein großes Herz. Für sie wäre Diego nie im Stande gewesen, einen Menschen zu töten. Diego wäre ihr „Baby“.

Richter Klein fühlte der Frau dann auf den Zahn. „Wieso beichtet Brigitte Ihnen, dass Diego in die Sache verwickelt sei?“, fragte Prosper Klein In Brasilien hätte sie (Tania M.) ein komisches Gefühl gehabt und hätte Brigitte gefragt: „Ich hoffe, dass du meinen Sohn nicht in eine „Scheiße“ reingeritten hast“? Dann hätte Brigitte ihr alles erzählt. Sie hätte geschwiegen, weil sie um das Leben ihres Sohnes fürchtete. Der Anklagevertreter Robert Welter stellte der Angeklagten die interessante Frage: „Wer hat die Killer bezahlt und mit welchem Geld“? Zuerst in Brasilien, sagte Tania.

Richter von Schuld überzeugt

Dann war es an der Hauptangeklagten Brigitte D. auszusagen. Wie erwartet, behauptete Brigitte, dass Diego und Tania M. die Auftraggeber des Mordes an Z. seien. „Vous mentez comme un arracheur de dents“, sagte Prosper Klein. „Warum soll Diego ihren Ehemann ermorden“, fragte Klein? Sie sei im Haus von Tanias Familie gewesen. Die wohnt ein paar Kilometer von Porto Seguro entfernt. Dort hätte sie mit Diego geredet. Es sei erwiesen, dass sie Diego bezahlt habe. Das gehe aus den Telefongesprächen hervor, die die Polizei zwischen Diego und ihr mitgehört hätte, sagte Klein. Außerdem wollte Z. nicht nach Brasilien. Sie hätte ihren Mann überredet, nach Brasilien zu fliegen. „Sie wussten bei ihrer Ankunft in Seguro, dass Ihr Mann ermordet wird. Diego hat Ihnen vom Plan berichtet und er wollte Geld von Ihnen“, sagte Klein. „Sagen Sie uns die Wahrheit“, forderte Klein.
Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.