LUXEMBURG
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Ein Überblick über das Hochschulstudium in Luxemburg

Die 33. Studentenmesse bietet sich heute und morgen von 10.00 bis 18.30 wieder jungen Leuten an, um ihnen Orientierung zu liefern bezüglich ihrer Studienvorlieben und -möglichkeiten. Jedes Jahr strömen dazu um die 9.000 Schüler der oberen Sekundarstufe in die Hallen der Luxexpo. Dieses Jahr erwarten sie in den Hallen 2 und 3 (Südeingang) 228 Aussteller aus 14 Ländern, darunter auch welche, durch die sie einen Einblick in die Arbeitswelt erhalten sowie auf diverse Karriereperspektiven.

Durch die Präsenz etlicher Studentenvereinigungen können sie auch ein Feeling für das Studentenleben bekommen. Vor Ort sind auch die Vertreter des Hochschul- und Forschungsministeriums, die ihnen bei ihren Fragen behilflich sind.

Es sind immer große Entscheidungen, die Schüler der Sekundarstufe - aber auch ihre Familien - treffen müssen. Liegt mir das Fach? Die Uni? Was will ich später mal beruflich machen? Welche Profile sind gefragt? Und was kosten Studien und Studentenleben? Wie bin ich versichert? Wo und wieviel darf ich neben dem Studium arbeiten? Fragen zuhauf, für die es bei der „Foire de l‘Etudiant“ sicherlich eine Menge Antworten gibt. Wir versuchen in unserem kleinen Dossier schon mal aufzuzeigen, was es besonders in Luxemburg an Hochschulstudien gibt und welche Neuerungen in den kommenden Jahren anstehen. Mit der Universität hat das Land 2003 natürlich einen wichtigen Schritt getan, hin zu einer Hochschullandschaft von internationaler Renommee. Aber es gibt seit geraumer Zeit auch andere Studiengänge. Und auch in der Weiterbildung sind zahlreiche Hochschuldiplome zu erreichen, die Berufskammern haben da vieles im Angebot, die Uni ebenso.

Das System fit halten

Was die Regierung im Bereich Hochschulwesen, Forschung und Innovation vorhat

Das Erreichte konsolidieren und das luxemburgische Hochschul- und Forschungswesen gleichzeitig auf die Zukunft und ihre Herausforderungen vorbereiten: Unter dieser Prämisse hat Hochschulminister Claude Meisch (DP) kürzlich das neue akademische Jahr eingeläutet. An dieser Stelle stellen wir die Pläne der Regierung im Bereich Hochschule, Forschung und Innovation für die kommenden Jahre noch einmal kurz vor.

Eine Hochschul-, Forschungs- und Innovationsstrategie
Mit Blick auf das Jahr 2023, also das Ende dieser Legislatur, will die Regierung die öffentlichen Investitionen im Bereich der Forschung und der Innovation auf ein Prozent des BIP bringen (2018: 0,65 Prozent des BIP). Den Weg dahin soll eine nationale Hochschul-, Forschungs- und Innovationsstrategie beschreiben. „Diese Strategie zielt darauf ab, die mittel- und langfristigen Prioritäten der Forschungsaktivitäten, der Hochschulbildung und der Innovation im öffentlichen Sektor zu definieren und Synergien sowie Komplementaritäten zwischen den verschiedenen Akteuren zu schaffen“. Die neue Strategie wird sich damit also in die Kontinuität der Regierungsprioritäten einschreiben. Die nächste Etappe des Ausarbeitungsprozesses steht im kommenden Monat an. Anlässlich der „Assises de la Recherche“ sollen die Akteure der Zivilgesellschaft zu Wort kommen.

Die Biobank wird vollständiger Teil des LIH
Nach der externen Evaluierung der öffentlichen Forschungszentren im Jahr 2018 will die Regierung Anpassungen am Gesetz vom 3. Dezember 2014 über die öffentlichen Forschungseinrichtungen vornehmen. Dazu gehört, dass die „Integrated BioBank of Luxembourg“ (IBBL) eine Abteilung des „Luxembourg Institute of Health“ (LIH) wird, also in das LIH integriert wird. Mit den gesetzlichen Anpassungen sollen auch die Aufgaben der Verwaltungsräte und der Generaldirektoren der öffentlichen Forschungseinrichtungen „präziser“ definiert werden.

Überprüfung des Hochschulgesetzes
Das Gesetz vom 19. Juni 2009 soll mit mehreren Zielen vor Augen überprüft werden. In diesem Kontext denkt die Regierung über die mögliche Schaffung einer nationalen Akkreditierungsagentur für Ausbildungen „vorzugsweise in Zusammenarbeit mit einer bestehenden internationalen Agentur“ nach. Das Ministerium will dann auch die Verwendung von Bezeichnungen wie Universität oder Abschlüsse wie BTS, Bachelor oder Master regeln, um Missbrauch zu verhindern.

Anpassung des Bildungsangebots und Digitalisierung
Um auf die Umwälzungen durch die Digitalisierung reagieren zu können, wird der Verstärkung von Kompetenzen („upskilling“) wie auch dem Umsatteln auf andere Kompetenzen („reskilling“) eine große Bedeutung beigemessen. Kurze, zertifizierende Weiterbildungen werden daher laut Einschätzung des Ministeriums in Zukunft immer wichtiger. So soll etwa das 2018 geschaffene „University of Luxembourg Competence Centre“ sein Weiterbildungsangebot stetig an die festgestellten Bedürfnisse anpassen. Ein enger Austausch zwischen dem Kompetenzzentrum für lebenslange Weiterbildung auf beruflicher und universitärer Ebene mit den Berufskammern ist in den Augen des Ministeriums unerlässlich. Deshalb soll über ein Modell einer Zusammenarbeit nachgedacht werden.
Das Hochschulministerium denkt ebenfalls über die Schaffung eines „observatoire des compétences“ nach. Ziel einer solchen Instanz wäre es, sicherzustellen, dass das Angebot an Ausbildungen und Studiengängen an die Anforderungen der Gesellschaft, der Wirtschaft und des Arbeitsmarkts angepasst ist.
Das Angebot an Studiengängen wächst derweil. In diesem Herbst läuft zum ersten Mal der interdisziplinäre „Space Master“-Studiengang an. Im kommenden Jahr fällt der Startschuss für den Medizinbachelor an der Universität Luxemburg.
Das Bildungsministerium plant ebenfalls eine nationale E-Learning-Plattform für alle öffentlichen Akteure des Bildungs- und Hochschulwesens. Die Prozedur zur Beantragung von Studienbeihilfen soll indes in den kommenden Jahren vollständig digitalisiert werden.