LUXEMBURG
LAURA GRASER

An die Bedeutung des Theaters wird jedes Jahr am 27. März erinnert. Denn dann ist der Welttag des Theaters. 1961 vom Internationalen Theaterinstitut (ITI) ins Leben gerufen, wird an diesem Tag eine „Botschaft zum Welttheatertag“ veröffentlicht, in der Theaterkünstler sich mit Bedeutung und Wirkung der Bühnenkunst im gesellschaftlichen Kontext auseinandersetzen. In Luxemburg hat die Theaterszene eine bemerkenswerte Entwicklung erlebt, bietet jedoch weiterhin Potenzial und Raum zur Verbesserung. Hierzu Laura Graser, Verantwortliche für das Bühnenkunstprogramm der Rotondes.

„Die Kulturszene in Luxemburg hat sich im Allgemeinen stark weiterentwickelt. Entsprechend gab es auch im Bereich der Bühnenkunst eine Professionalisierung sowie eine Verbesserung der Einrichtungen. Junge Menschen, die Studien im Bereich der verschiedenen Kunst-Disziplinen absolviert haben, haben die Szene ihrerseits belebt und weitergebracht.

Für die Entstehung der Rotondes spielt das Kulturjahr 2007 eine besondere Rolle, aus dem wir als Spielstätte hervorgegangen sind. Sowohl vom Kulturministerium, als auch von der Stadt Luxemburg, hatten wir dabei den Auftrag neben dem Angebot für Erwachsene auch ein Bühnenkunstprogramm für ein junges Publikum zusammenzustellen. Wir sind daher besonders stark im Bereich der Bühnenkunst für junges Publikum, aber darauf bedacht unser Programm so zu gestalten, dass auch Erwachsene angesprochen werden.

Entsprechend ist für die Rotondes neben dem Welttag des Theaters vor allem der Welttag des Kinder- und Jugendtheaters wichtig. Dieser findet jedes Jahr am 20. März statt. In dem Rahmen ermutigen wir etwa Eltern, ihre Kinder mit ins Theater aber auch Theaterschaffende Kinder mit auf die Bühne zu nehmen. Denn so werden allen Generationen diese verschiedenen Ausdrucksformen der Kunst näher gebracht.

Die Diskussionen um den Kulturentwicklungsplan lassen darauf hoffen, dass die positive Entwicklung der Szene auch von politischer Seite unterstützt wird. Geht es hierbei doch unter anderem darum, wie man etwa Aktivitäten kohärenter strukturieren und Künstler noch besser begleiten kann, damit sie ihre Arbeit professionell machen können. Dadurch könnten dann Produktionen aus Luxemburg auch besser ins Ausland exportiert werden. Dies ist für Bühnenkunstproduktionen komplexer als etwa in der Musik, da die Logistik dahinter eine andere ist und die Sprache oft eine Rolle spielt. Ein solcher Schritt ist in einem kleinen Land wie Luxemburg, in dem das Publikum begrenzt ist, wichtig, jedoch noch nicht ohne weiteres möglich. Wenn Produktionen öfter aufgeführt werden, wird die künstlerische Arbeit auch nachhaltiger, da die Künstlerinnen und Künstler nicht nur dann Geld verdienen, wenn sie etwas Neues schaffen. Um diese Ziele zu erreichen, wäre unter anderem der viel diskutierte ‚Arts Council‘ ein wichtiger Schritt.

Wichtig ist es aber auch, Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Kunst und Kultur im Allgemeinen zu vereinfachen, weshalb die Zusammenarbeit von unter anderem Kulturhäusern mit Schulen und Bildungseinrichtungen intensiviert werden sollte. Entsprechend ist auch kulturelle Bildung in ihrer ganzen Breite ein sehr wichtiger Punkt.“