LUXEMBURG
MARCO MENG

Blackstone kauft Lombard International Assurance

Lombard International Assurance, 1991 in Luxemburg gegründet und europaweit Marktführer bei grenzüberschreitenden Lebensversicherungen, wird für 399 Millionen Euro verkauft. Das teilten gestern der Noch-Eigentümer, die britische Friends Life Group, und die US-Investmentgesellschaft Blackstone mit. Die Wettbewerbsbehörden müssen dem Geschäft noch zustimmen; man rechnet noch in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres mit einem Abschluss der Transaktion.

Der Vorgänger des jetzigen Lombard-Eigentümers, Friends Provident, hatte vor zehn Jahren Lombard International Assurance für 265 Millionen Euro erworben, um international zu wachsen und die Lebensversicherungseinnahmen mit wohlhabenden Kunden zu erhöhen.

Der Käufer, Blackstone mit Sitz New York, ist der weltgrößte börsennotierte Finanzinvestor und eine der führenden globalen Private Equity-Firmen , die als „Alternative Asset Manager“ unter anderem in Hedgefonds derzeit ein Vermögen von etwa 272 Milliarden Euro verwalten. Menes Chee, Managing Director von Blackstone, kommentierte gestern den Lombard-Kauf, man sei an einer langfristigen Wachstumsstrategie der Versicherungsgesellschaft interessiert.

Claude Marx, Geschäftsführer von Lombard International Assurance, dazu: „Die finanzielle Stärke von Blackstone und deren globale Reichweite und ausgedehnte Erfahrung in Finanzdienstleistungen wird dazu beitragen, dass Lombard International Assurance seine ambitionierten Wachstumsziele erreicht. Die Investition von Blackstone stellt das Vertrauen in Luxemburg unter Beweis, seines Finanzzentrums und der Lebensversicherungsindustrie.“ Marx kam 2011 als Chief Risk Officer ins Unternehmen, nachdem er lange Zeit bei HSBC Luxemburg stellvertretender Geschäftsführer gewesen war.

Verwaltetes Vermögen steigt

Lombard International Assurance konnte in der Vergangenheit kontinuierlich das Geschäft ausbauen und hatte Ende 2013 die Rekordsumme von 24 Milliarden Euro im Portfolio. Obwohl die regulatorischen Vorgaben hin zu mehr Transparenz (Fatca, OECD) langfristig positiv seien, so das Unternehmen in der Stellungnahme zur letzten Bilanz, hätten sie kurzfristig gesehen negative Auswirkungen auf die Branche, die sich dem neuen Kontext anpassen müsse.

Blackstone wird Lombard International Assurance durch seine Luxemburger Tochterfima BTO Monarch Luxembourg Holdings erwerben. Das US-Unternehmen benutzt eigenen Angaben nach auf globaler Ebene verschiedene Investment-Vehikel wie Private Equity (Aktien), Real Estate (Immobilien), nachrangige Fond- und Kreditgeschäfte sowie Staatsanleihen, und ist dabei auch der größte Investor in Hedgefonds. Einen eignen will man übrigens auch auflegen, wie man erst vor kurzem bekannt gegeben hatte. Dank höherer Erlöse aus Beteiligungsverkäufen hatten die Amerikaner letztes Jahr den Gewinn deutlich gesteigert (unter anderem hatte man die Hotelgruppe Hilton, die man besaß, an die Börse gebracht). Die Einnahmen 2013 beliefen sich den Geschäftszahlen zufolge auf 6,6 Milliarden Dollar.

Lombard beschäftigt in seiner Luxemburger Zentrale 350 Mitarbeiter und hat auch Filialen in Zürich und Mailand sowie Büros in Genf, Lugano und Rom. Vor zwei Jahren waren es im Land noch 409 Mitarbeiter gewesen. Damals hatte die Versicherung eine Umstrukturierung und einen Stellenabbau angekündigt, um „schneller zu wachsen“, wie es damals hieß.

„Der Fokus von Blackstone liegt auf Wachstum und Expansion“, teilt uns Michele Nerantzis, Communications Director von Lombard mit. „Strategie und Vision von Lombard International Assurance sind von unserem neuen Käufer gutgeheißen worden, und sie werden versuchen, unsere Führungsposition innerhalb des globalen Marktes zu stärken.“ Blackstone sei willens, in den existierenden Markt von Lombard und in die Expansion in neue Märkte zu investieren. „Signifikante Änderungen für unser Tagesgeschäft wird es keine geben“, so Nerantzis.