SCHMIEDE
CLAUDE KARGER

Selbst an einem Sonntag in dem Sommerferien herrscht ein kleines Verkehrschaos im äußersten Norden Luxemburg, an der "Schmëtt", ein paar Kilometer nördlich von Huldingen (Gemeinde Ulflingen). Aus der Nordspitze ist nämlich über die Jahre eine Shopping-Spitze geworden, mit dem großen Knauf-Einkaufszentrum mit 55 Läden und Restaurationsbetrieben und 1.200 Gratis-Parkplätzen, davon 700 überdeckte. Geöffnet 7 Tage/7. Das gleiche gilt für die Q8-Tankstelle und den Discounter, der sich mitten auf einer grünen Wiese etabliert hat. Auch auf belgischer Seite (Gemeinde Gouvy) finden sich eine Reihe von Geschäften und Handwerksbetrieben. Schätzungsweise über 1,5 Millionen Kunden sollen hier jährlich einkaufen. Seit den 1970er Jahren steigt das Verkehrsaufkommen auf der Hauptstraße (N68 in Belgien, N7 in Luxemburg) zwischen Stavelot und Diekirch. Aber die Ecke, in deren Nähe sich übrigens die höchste Erhebung des Landes befindet ("Kneiff" mit 560 Metern über dem Meeresspiegel) ist schon lange ein wichtiger Durchgangspunkt. An einer wichtigen Straße gelegen, befand sich hier zwischen 1839 und 1920 ein Dreiländereck: Luxemburg im Süden, Belgien im Norden und Preußen im Osten. Eupen, Malmédy und Burg Reuland etwa, gehörten von 1816 bis 1920 zur preußischen Rheinprovinz. Davon zeugt noch eine alte Grenzmarke gleich gegenüber des Grenzpfostens zwischen Belgien und Luxemburg, die sich an der kleinen Straße an der Route de Stavelot in Richtung Espeler gegenüber stehen. Ein Ausflug zur "Schmëtt" lohnt sich nicht nur des Shoppings wegen: Die Natur lädt zum Wandern ein und es gibt viel kulturelles Erbe und eine Menge Freizeitmöglichkeiten in der Gegend.
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"Borne 286”: Die letzte gusseiserne Marke
Der Grenzvertrag zwischen Luxemburg und Belgien, der am 26. Mai 1843 in Maastricht abgeschlossen wurde, legt in seinem allerletzten Artikel (71) den Standort der Grenzmarke 286 wie folgt fest: "Du point de contact fixé à la fin de l'article précédent, jusqu'à la frontière de Prusse, la limite continue à être formée par l'axe du chemin de Bellain à Espeler, qui traverse quelques chemins vicinaux et deux routes de Stavelot à Luxembourg, avant d'entrer dans les États prussiens, entre les parcelles sartables de Werner, Nicolas (Belgique), et Felten, Nicolas (Prusse). Entre ces deux dernières parcelles et celle de Reuland, Jacques, et consors (Grand-Duché de Luxembourg), il sera planté une dernière borne (N° 286), et qui indiquera le point de contact des trois États; du Grand-Duché de Luxembourg, du royaume de Belgique et du royaume de Prusse. Quatre petites bornes seront placées là où les chemins et la route croisent la ligne de limite." Die Marke Nummer Eins des luxemburgisch-belgischen Grenzverlaufs steht im Dreiländereck Rodange-Athus-Mont-Saint-Martin. Die etwa 360 Kilo schweren, hohlen Marken (nur der Knauf oben ist angeschraubt) mit einer Gesamthöhe von 2,3 Meter wurden in Lüttich bei Cockerill gegossen und zwischen Mai und September 1844 errichtet.