BRÜSSEL
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Zwei Spitzenkandidaten für ein Spitzenamt

Machtpoker um den politischen Spitzenposten in der EU: Nach ihrem Sieg bei der Europawahl ringen die Konservativen um Spitzenkandidat Jean-
Claude Juncker mit den unterlegenen, aber gestärkten Sozialisten um den Deutschen Martin Schulz um das Amt des EU-Kommissionspräsidenten.

Das Erstarken populistischer und rechter Parteien bei der Wahl erschwert eine Mehrheitsfindung. Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen bei einem Sondertreffen am heutigen Dienstag erstmals über die Nachfolge von Kommissionschef José Manuel Barroso beraten.

Juncker verhandlungsbereit

Juncker zeigte sich in Brüssel verhandlungsbereit. „Ich bin bereit, über Substanzielles vor allem mit der sozialistischen Partei zu reden, weil es keine Mehrheit jenseits der sogenannten großen Koalition zwischen den Christdemokraten und den Sozialisten gibt.“

Wahl im Europaparlament: Mitte Juli

Die EU-Staats- und Regierungschefs, die den Chef der Brüsseler Kommission vorschlagen, müssen das Wahlergebnis berücksichtigen. Die Wahl im Europaparlament ist bisher Mitte Juli vorgesehen. Möglich ist weiterhin, dass am Ende ein Kompromisskandidat herauskommt. Dazu sagte Juncker in Brüssel: „Vergessen Sie das sofort.“