LUXEMBURG
ANNETTE DUSCHINGER

Weltumwelttag 2015 im Zeichen der richtigen Entsorgung von Medikamenten und Kosmetika

Medikamente, die nicht mehr gebraucht werden haben weder im Hausmüll noch im Abfluss etwas verloren. „Medikamente sind Wirkstoffe, das heißt sie entfalten eine Wirkung in unseren Gewässern“, sagte Luc Zwank von der Wasserverwaltung. „Immer mehr weibliche Fische, Fortpflanzungsstörungen und ein gebremstes Wachstum von Algen und Pflanzen sind die Folgen.“

Medikamente sollten also fachgerecht entsorgt werden - das ist der Schwerpunkt der Sensibilisierungskampage des Nachhaltigkeitsministeriums rund um den diesjährigen Weltumwelttag am 5. Juni. „Es ist ein Stück vom Puzzle, wie problematischer Abfall vermieden werden kann“, sagte Umweltministerin Carole Dieschbourg gestern, als sie die konzertierte Sensibilisierungskampagne der Umweltverwaltung, der Wasserverwaltung, der SuperDrecksKëscht und des Verbands der Apotheken in Luxemburg vorstellte.

Medikamente gehören nicht in Abfall, Toilette oder Waschbecken

Seit 2004 besteht die europaweite Verpflichtung, dass Apotheken und Geschäfte, die Medikamente anbieten, diese auch wieder zurücknehmen müssen, wenn sie nicht aufgebraucht wurden. Das ist eine Möglichkeit für den Verbraucher, verantwortungsvoll mit der Entsorgung von Problemstoffen, wie Medikamenten oder Kosmetika umzugehen. Sie im Recyclingzenter oder bei der SuperDrecksKëscht® abzugeben sind die beiden anderen. 2014 wurden so schon rund 133 Tonnen gesammelt: 53,2 Prozent in Recyclingzentren, knapp 25 Prozent in Apotheken und der Rest bei mobilen Sammlungen.

Sie werden dann von der Verpackung getrennt und in einer speziellen Hochtemperaturanlage für Problemstoffe im Ausland direkt, ohne Vermischung mit anderen Abfällen und rückstandslos verbrannt. Die Umwelt zu schonen ist dabei ein Aspekt, die Sicherheit Dritter ein anderer: Sicher entsorgte Medikamente können nicht mehr in die Hände von anderen Personen fallen und konsumiert werden.

Dass noch viel zu tun bleibt, machte Robert Schmit, Direktor der Umweltverwaltung anhand der Restabfallanalyse 2013/14 deutlich. „Wie setzt sich Restmüll zusammen, wo kann man ansetzen, um mehr Abfall zu vermeiden, sind die Fragen, die wir uns alle fünf Jahre damit stellen“, sagte Schmit. Biomüll, Papier und Plastik machen drei Viertel des Restmülls aus, ein Prozent des Gewichts sind Problemstoffe und davon machen Medikamente und Kosmetik 57,3 Prozent aus. Mit anderen Worten: Jeder Einwohner schmeißt ein Kilo davon jedes Jahr in den Hausmüll.

620 Tonnen Medikamente und Kosmetika landen jedes Jahr im Hausmüll

Das klingt nach wenig, aber immerhin handelt es sich um 620 Tonnen pro Jahr. Dazu gesellt sich eine nicht abschätzbare Menge, die im Abguss oder im Waschbecken landet oder in der Toilette herunter gespült wird und so direkt in die Gewässer gelangt. „Medikamente sind biologisch schlecht abbaubar und die so genannten „End of Pipe“-Lösungen, wie spezifische dezentralisierte Abwasserbehandlung an Krankenhäusern und Pflegeheimen oder die Aufrüstung bestehender Kläranlagen auf eine vierte Stufe sind kostenintensiv und technisch aufwändig“, sagte Luc Zwank.

Bei der Vermeidung an der Quelle, sprich Altmedikamente richtig entsorgen könne dagegen jeder mithelfen, unnötigen Input in unsere Umwelt zu reduzieren. Informieren kann man sich in Apotheken und am 5. Juni vor dem Bahnhof in Luxemburg.


Infos unter: medi.sdk.lu