LUXEMBURG
LYDIE DIEDERICH

Demenz ist eine Krankheit, die viele Menschen betrifft. Laut Zahlen vom „Statec“ von 2013 gab es in Luxemburg rund 7.000 Personen, die daran erkrankt sind, Tendenz steigend. Von den etwa 50 Demenzarten ist Alzheimer die häufigste Form. Seit 1994 findet jedes Jahr am 21. September der Welt-Alzheimertag statt. In diesem Rahmen organisiert die „Association luxembourg alzheimer“ (ala) auch dieses Jahr wieder den „Memory Walk“ in der Stadt Luxemburg. Lydie Diederich von der ala zu der Situation und Behandlung von Demenzkranken in Luxemburg.

„Bei Verdacht auf Demenz führt zunächst der Hausarzt einige Tests durch. Angefangen bei einer Anamnese, um die Vorgeschichte des Patienten zu betrachten. Auch eine körperliche Untersuchung wird durchgeführt, bis hin zu sehr spezifischen Tests, wie etwa dem Mini-Mental-Status-Test. Anhand von neun Aufgabenkomplexen werden zentrale kognitive Funktionen überprüft. Hierzu gehören zeitliche und räumliche Orientierung oder auch Merkfähigkeit. Je nachdem wie diese Tests ausfallen wird der Patient an einen Spezialisten überwiesen und es fallen weitere Tests an.

Wenn Demenz diagnostiziert wird, gibt es zwei Bereiche der Behandlung. Zum einen der medikamentöse Bereich, bei dem Antidementiva eingesetzt werden, um die Erkrankung für kurze Zeit abzubremsen. Allerdings schlagen diese Medikamente nicht bei jedem Patienten gleich an und können zu Nebenwirkungen führen. Auch Antidepressiva werden bei der Behandlung von Demenz eingesetzt, da hier ähnliche Symptome wie bei einer Depression auftreten können. Das sind nur zwei Beispiele für Medikamentengruppen, die eingesetzt werden.

Der andere Bereich der Behandlung ist der mittels verschiedenartigen Therapien. Hierzu zählen Verhaltens, - Bewegungs- oder auch Ergotherapie. Die Stimulierung des Gedächtnisses und Bewegung spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Demenz. Auch Musik, das Einbeziehen von Tieren und viele andere Aktivitäten haben nachweislich positive Effekte auf die Patienten. Dabei muss man immer offen für neue Ansätze sein und bewährte Therapien immer wieder infrage stellen, um die passenden und bestmöglichen Therapien durchzuführen.

Viele dieser Behandlungen werden aktuell auch von der Gesundheitskasse oder der Pflegeversicherung übernommen. Allerdings wird sich durch das Inkrafttreten der Pflegeversicherungsreform einiges ändern. So werden Pflegestufen eingeführt und die Aufteilung und Finanzierung der Leistungen verändert sich. Einige Leistungen werden komplett wegfallen. Wir von der ala befürchten, dass dadurch schlussendlich weniger Zeit als bisher für die Pflege der Demenzkranken übrig bleibt, wobei diese einer besonders zeitaufwendigen Pflege bedürfen. Eine spezielle Berücksichtigung von Demenzkranken wäre daher wünschenswert gewesen. In Anbetracht dessen, dass durch die steigende Lebenserwartung die Menschen immer älter werden und das Alter der größte Risikofaktor für Demenz und Alzheimer ist, ist diese Entwicklung besorgniserregend.“