LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Erneute Grenzschließungen mit Nachbarländern nicht ausgeschlossen

Die Zahl der Neuinfektionen bleibt alarmierend. Nach 69 Neuinfizierten zwischen Mittwoch und Donnerstag gab es zwischen Donnerstag und Freitag  erneut 58 Neuinfektionen. Damit steigt die Zahl der aktiven Infektionen auf 581.

Großherzogtum auf schwarzer Liste

Wegen der steigenden Infektionszahlen seien erneute Grenzschließungen mit unseren Nachbarländern nicht auszuschließen, wie Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) auf einer gestrigen Pressekonferenz unterstrich. Das Großherzogtum figuriert dann auch bereits auf einer schwarzen Liste in Dänemark, auf der Luxemburg zusammen mit Ländern wie Portugal und Schweden als Risikoland eingestuft wird. Auch die baltischen Staaten haben Luxemburg als Risikoland eingestuft. Reisende aus Luxemburg dürfen zwar nach Litauen, Estland und Lettland einreisen, müssen sich hier aber für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Auch in Norwegen müssen sich Reisende aus Luxemburg in eine zehntägige Quarantäne begeben, derweil Luxemburger nicht nach Finnland einreisen dürfen. Einschränkungen wie Quarantäne gibt es für Bürger aus Luxemburg auch in der Slowakei, in Slowenien, in Rumänien und auf Zypern, und die Liste der Länder, in der Reisende aus dem Großherzogtum nicht erwünscht sind,  wird immer länger. Dies hat Außenminister Jean Asselborn gestern in  Beantwortung einer parlamentarischen Dringlichkeitsanfrage  der LSAP-Abgeordneten Mars Di Bartolomeo und Yves Cruchten bestätigt.
Wie Asselborn gestern Abend gegenüber mehreren Medien unterstrich, habe er allerdings noch keine Nachrichten aus unseren Nachbarländern gehört, die Grenzen bald wieder schließen zu wollen. Allerdings könnte sich die Situation erfahrungsgemäß schnell ändern, und von der Schließung der Grenze mit Deutschland wurde unser Land bekanntlich im März auch nicht informiert.
Gesundheitsministerin Paulette Lenert gab ihrerseits auf einer gestrigen Pressekonferenz, der auch Statec-Direktor Dr. Serge Allegrezza beiwohnte an, dass  die Personen, die sich neu infiziert hätten, im Durchschnitt 34 Jahre alt seien. Zwischen dem 29. Juni und dem 5. Juli wurden 289 neue Fälle registriert – doppelt so viele, wie in der Vorwoche, wobei 62 Prozent der neuen Patienten Symptome aufgewiesen hätten. 90  Prozent der Neuinfizierten seien im Großherzogtum wohnhaft und zehn Prozent seien Grenzgänger. Die meisten Infektionen seien jedoch nicht auf riesigen Partys, sondern auf normalen Festen oder Zusammentreffen mit Familienmitgliedern und Freunden festgestellt worden. Lenert rief in diesem Zusammenhang noch einmal dazu auf, sich unbedingt an die Maskenpflicht und Abstandsregeln zu halten. „Et soll een einfach déi Kontakter, déi een mat Leit op manner wéi 2 Meter hutt, sou niddreg wéi méiglech halen. Dat ass nach ëmmer de beschten Wee, fir den Ament doduerchzekommen“, so die Ministerin.