LUXEMBURG - CHRISTIAN BLOCK

Spielefokus: Jagged Alliance 2

Brigade E5, 7.62 mm, Hired Guns oder Back in Action: Mit jedem mehr oder weniger gescheiterten Nachahmungs - beziehungsweise Fortführungsversuch scheint das Ansehen der Jagged-Alliance-Serie weiter zu wachsen. Die Söldnersimulation aus dem Jahr 1994 gehört insbesondere mit dem zweiten Teil der Serie aus dem Jahr 1999 zu den Meilensteilen der Rundenstrategie und findet wohl auch aufgrund der „1.13“ genannten Modifikation noch 15 Jahre später den Weg auf die Festplatten von Fans wie Neulingen der Serie.

Diktatorin auf der Tropeninsel

„JA2“ verschlägt den Spieler auf die Insel Arulco mit dem Ziel, den Tropenstaat aus den Fängen der Diktatorin Deidranna zu befreien, die die Macht per Staatsputsch an sich gerissen hat. Auf unserem Feldzug von Sektor zu Sektor greifen wir dabei auf angeheurte Söldner und freiwillige Helfer der örtlichen Bevölkerung zurück. Highlight des Ganzen: Jagged Alliance lässt uns einen eigenen Charakter generieren, den wir unseren taktischen Vorlieben anpassen können und in unsere Truppe integrieren. Die strategische Tiefe des Titels fußt zunächst auf der freien Zusammenstellung der Miliz. Wollen wir eher die kostspieligen Profis, die das Räumen der Sektoren zum Kinderspiel machen oder doch die eher weniger talentierten Genossen, die wir nach und nach hochleveln? Oder bestreiten wir den Feldzug für die Einwohner Arulcos gar als Einzelkämpfer?

Die Söldnerauswahl ist ein bunter Mix aus überzeichneten, stereotypen Charakteren, wie der ehemalige Major der Roten Armee Ivan Dolvich oder der Deutsche Helmut „Grunty“ Grunther bis zum Kubaner Fidel Dahan - samt derben Akzenten.

Spielerische Freiheiten

Wie wir (und ob wir) die insgesamt neun Städte befreien, steht uns ebenfalls frei. Bei Nacht glänzen Nahkämpfer, am Tag nehmen die Scharfschützen Gegner über den halben Sektor aufs Korn. Das Sortiment an Schusswaffen reicht von Pistolen, Wurfmessern bis zu Granaten. Im Verlauf der Handlung vervollständigen Maschinengewehre, Helme und Schussvesten, Raketenwerfer und C4-Sprengstoff das Arsenal. Auf diese Weise überlässt Jagged Alliance dem Spieler in jeder Runde freie Wahl, wie er seine Aktionspunkte verwenden will. Eine Rauchgranate ermöglicht den Spielerfiguren, die gerade von Söldnern entdeckt wurden, Deckung zu finden, was ihre Überlebenschancen drastisch erhöht - denn getötete Söldner bleiben tot. Auch deshalb ist Schnellspeichern und -laden unumgänglich. Oder riskiert der Spieler, die Feinde per Kopfschuss auszuschalten? Stoßen wir innerhalb von zwei Runden auf keine Gegner, wechselt Jagged Alliance in den Echtzeitmodus, indem wir uns frei bewegen können.

Ständige Entwicklung

Motivierend ist die Söldnersimulation allein deshalb, weil uns befreite Sektoren mit allerhand neuer Ausrüstung belohnen, befreite Minen bedeuten ein regelmäßiges Einkommen und NPCs versorgen uns mit teils bizarren Nebenaufgaben. Etwa wenn uns die Einwohner von Alma darum beten, das Gebiet von den „Bloodcats“ genannten genetisch mutierten Tigern zu befreien. Oder wir zum Dank dafür, dass wir ein älteres Ehepaar aus Cleveland, Ohio, dass auf der falschen Insel gelandet ist, zum Flughafen begleitet haben, zwei durchschlagskräftige 7.62 Automag-Pistolen bekommen - mit der Kennzeichnung „Big Bertha“ in den Seiten eingraviert.


Jagged Alliance 2 ist in digitaler Form je
nach Umfang in den meisten Shops für den Preis
zwischen 5 und 20 Euro erhältlich