Seit zehn Jahren tourt Frank Turner mit seinen meist sehr persönlichen Songs durch die ganze Welt. Am Donnerstag war er im Atelier in Hollerich zu Gast, und am Sonntagnachmittag hatte der Musiker dann seinen großen Auftritt auf dem neuen Festivalgelände bei Rock am Ring auf dem Flugplatz in Mendig. Vor dem Konzert nahm der Brite sich Zeit, mit uns über seine Musik zu reden.
Letzte Woche warst Du wieder in Luxemburg für einen Solo-Auftritt. Heute bei Rock am Ring mit Deiner Band „The Sleeping Souls“. Wie kommt das?
Frank Turner Es war sehr erfrischend im Atelier ein Solo-Konzert zu spielen, da die Location eher kein ist und da eine besondere Stimmung aufkommt. Es erinnert mich an meine Anfänge als Musiker. Aber heute freue ich mich, mit der Band auf der riesigen Festivalbühne zu rocken. Eigentlich spiele ich auch lieber mit der Band, da wir die letzten Alben auch alle zusammen aufgenommen haben.
Du hast Deinen Sound über die letzten Jahre sehr verändert aber trotzdem bist Du immer noch dem Punk-Rock verfallen. Wie reagieren langjährige Fans auf diesen Wandel?
Turner Ich versuche eigentlich, nicht zu viel darüber nachzudenken. Oft sagen mir Leute, dass meine neuen Songs nicht so klingen wie meine früheren Werke, aber genau darum geht es ja. Stell´ Dir einmal vor, ich würde schon seit zehn Jahren die gleiche Musik machen. Das wäre doch echt langweilig, sowohl für mich als auch für das Publikum. Gerade als Künstler ist es wichtig, dass man sich weiterentwickelt und immer wieder neu erfindet ohne aber seine Wurzeln zu vergessen.
Was mach Deine Meinung nach einen guten Song aus?
Turner Das Lied muss mir gefallen. Ich versuche nie etwas zu schreiben, um meiner Freundin, der Plattenfirma oder den Fans zu gefallen. Ich mache nur das, was mir persönlich gefällt. Ich denke, das wichtigste ist, dass ein Künstler sich selbst treu bleibt und hinter seinen Werken steht.
Viele Deiner Texte handeln von Freiheit. Ist man als Musiker eigentlich richtig frei?
Turner Ja und nein. Klar habe ich viele Freiheiten und kann entscheiden was ich machen will und was nicht. Andererseits ist mein Tag auf Tour total verplant und man sagt mir was ich machen muss und wann ich wo sein soll. Aber ich habe mir das ja ausgesucht. Man kann eigentlich sagen, dass ich mir die Freiheit genommen habe mir mein Leben mit viel harter Arbeit so zu gestalten, wie ich es schon immer wollte. Darauf bin ich sehr stolz.
Bald kommt Dein neues Album. Sind die Aufnahmen bereits abgeschlossen?
Turner Ich bin sehr zufrieden mit dem Album und freue mich schon auf die Reaktionen der Fans. Das besondere an dieser Platte ist die Art und Weise, wie wir alles aufgenommen haben. Meine Lyrics wurden in einem einzigen Take eingesungen und fast gar nicht am Computer verarbeitet und die ganze CD war in nur neun Tagen im Kasten! Mir ist es sehr wichtig, einfache und ehrliche Musik zu machen die man auch live gut wiedergeben kann und ich denke, das ist uns diesmal wieder gelungen.



