LUXEMBURG
JEAN-NICO PIERRE

Der Verein „Suchtverband Lëtzebuerg“ ist der Dachverband der Luxemburger Drogen- und Suchthilfeeinrichtungen. Er entstand 2016 aus dem früheren „Comité de coordination des services sociaux intervenants en toxicomanie“, einem losen Expertengremium, das über zehn Jahre lang aktiv einen Großteil der Drogenhilfeeinrichtungen repräsentierte und fachlich unterstützte. Heute richtet der Suchtverband eine Konferenz zur kommunalen Suchtprävention aus. Um was es genau geht, erklärte uns Jean-Nico Pierre, Direktor der „jugend- an drogenhëllef“ und Präsident des „Suchtverband“.

„Das erste Symposium hatten wir vor zwei Jahren veranstaltet, kurz nachdem der Suchtverband gegründet worden war. Damals ging es vorrangig darum, diese neue Struktur vor einem großen Publikum vorzustellen. Es war uns gelungen, rund 250 Akteure der Drogenpolitik zusammenzubringen und auch Experten aus dem Ausland zu bekommen.

Das Event war erfolgreich, denn es gab einen regen und fruchtbaren Austausch, der wiederum seinen Niederschlag im Gesundheitsministerium und in dem einen oder anderen Wahlprogramm fand.

Heute stehen wir kurz vor einem neuen Drogenaktionsplan, der von 2020 bis 2024 reicht und es ist die Idee, das erfolgreiche Format von 2017 einmal mehr als Ideenschmiede zu nutzen. Wobei wir diesmal den Akzent auf kommunale Drogenaktionspläne setzen möchten. Aus diesem Grund haben wir das Symposium nicht nur mit den nationalen Autoritäten ausgearbeitet, sondern auch gemeinsam mit dem Gemeinde- und Städtebund Syvicol.

Der Umgang mit Süchten ist nicht nur eine nationale Angelegenheit, sondern setzt viel Arbeit vor Ort voraus. Und hier sind die Kommunen gefordert. Sie mögen heute überfordert sein, weil sie sich nicht ausreichend mit Suchtaktionsplänen auskennen und auch nicht über die notwendigen internen Kompetenzen für deren Umsetzung verfügen.

Deshalb ist die Ausarbeitung von Richtlinien und Modellen sowie der Austausch von bewährten Praktiken sehr wichtig. Auch hierzu haben wir Experten aus dem Ausland eingeladen.

Ein weiterer Anlass für dieses Symposium ist die Legalisierung von Cannabis für den Freizeitgebrauch, der im Regierungsprogramm in Aussicht gestellt wird. Luxemburg braucht eine Strategie, wie es mit den Konsequenzen dieser Entscheidung umgehen wird. Auch hier sind wieder die lokalen Akteure, vor allem die Kommunen, gefordert.

Die Suchtproblematiken müssen in unseren Augen ein transversales Thema sein. Deshalb ist es von größter Bedeutung, dass alle betroffenen Akteure einen roten Faden in ihren Bemühungen haben. Das Symposium heute ist eine wichtige Gelegenheit, die Akteure zu einer konzentrierten Zusammenarbeit zusammenzubringen und ihre Ansichten zu hören und zu diskutieren.

Wir sammeln sie und werden sie anschließend dem Gesundheitsministerium und anderen wichtigen Partnern unterbreiten, damit sich die Ideen im kommenden Drogenaktionsplan wiederfinden. Das Symposium ist übrigens eine offene Veranstaltung, an der sich jeder Interessierte beteiligen kann.“