CLAUDE KARGER

Der „T“-Leitartikler findet scharfe Worte für den „POTUS“, auf den nur Verlass sei, dass er sich daneben benimmt. Habe er auch getan, indem er „einem orientalischen Gewaltherrscher zu seinen Fortschritten bei der Abwrackung der Demokratie“ gratuliert hat. „Der Neosultan pfählt die Demokratie und macht Atatürk, dem 1938 eines natürlichen, wenn auch ausgesprochen unislamischen Todes (Leberzirrhose) verstorbenen Gründer der Republik, nachträglich den Garaus“, echauffiert sich der Schreiber. Arg echauffiert ist auch die EU, die sich allerdings schwer tue mit einer klaren Antwort auf den Ausgang des Verfassungsreferendums. Der EU-Kommissionsboss bezeichnete lediglich die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei als „die röteste aller roten Linien“ für das Aus der türkischen EU-Beitrittsgespräche. Ach, wie viele solcher Linien bereits gezogen und dann im Falle des Falles schnell vergessen wurden? Einige rote Linien haben ja nun auch die heimischen Parteien für den Gemeindewahlkampf festgehalten. Nur die adr mag die Linie gegen „Fake News“ und „hatespeech“ nicht, die Definitionen seien zu schwammig. Für den „Revue“-Leitartikler lässt diese „adr-Haarspalterei“ tief blicken, sei die Verbreitung von Falschnachrichten doch besonders bei Rechtspopulisten „ein beliebtes Mittel, um auf Stimmenfang zu gehen“. Ein Schelm...