FRISINGENCORDELIA CHATON

Vor zwei Jahren übernahm Jeannot Massard einen Hersteller personalisierter Sportkleidung

Der Laden an der Frisinger Hauptstraße verrät auf den ersten Blick nicht, was hier gemacht wird: „G-art“ steht auf dem Schaufenster, unterstrichen von den luxemburgischen Landesfarben. Es gibt Sportkleidung, offenbar für Radfahrer. Aber nur Eingeweihte wissen, das G-art nicht einfach Ware von der Stange bietet, sondern ganz personalisierte Sports- und Berufskleidung. Jedes Teil, das auf Wunsch gefertigt wird, ist ein Unikat.

Im Showroom steht Pia Massard. Sie ist die Geschäftsführerin. Ihr Mann hat das Unternehmen vor zwei Jahren übernommen. Zuvor hat sie bei einem Optiker gearbeitet, ein Lifestyle-Magazin betreut, Kinder groß gezogen. Wie kam sie auf die Idee, Unternehmerin in diesem Bereich zu werden?

„Das hat sich so ergeben. Das Vorgängerunternehmen hing sehr an seinem Designer, Gigi. Mit dem habe ich lange ein Büro geteilt. Als das Unternehmen im Februar 2013 verkauft werden sollte, haben mein Mann und ich uns dazu entschlossen.“ Hatte sie keine Sorge, in einen ganz neuen Bereich zu gehen? „Mit Angst wird man nichts“, winkt sie ab.

Häufige Umzüge

Es war ein langer Weg. Das Vorläuferunternehmen hatte verschiedene Standorte: Bettemburg, Alzingen, Merl. „Aber es gab zuvor nie einen Showroom. Hier können die Leute alles anprobieren und selbst aussuchen. Wir haben auch viel Laufkundschaft“, sagt Pia Massard. Die 55-jährige Jungunternehmerin ist froh über die Entscheidung zum Laden.

Die zweite wichtige Maßnahme war die Änderung des Namens von Gigi zu G-art. „Wir wollten unser eigenes Logo. Der neue Name sollte auch ein neuer Schritt für das Unternehmen sein“, sagt Massard. Der neue Name kommt von Gwenaëlle Giacomantonio, einer jungen Designerin, die ihr Kunststudium in Brüssel 2014 abgeschlossen hat und jetzt Mode für G-art entwirft. Das Recht am Namen aber gehört den Massards.

Geflockt, gestickt, gedruckt

Statt dem roten gibt es auch mal einen blauen Löwen oder poppige Ausrufe. Kunden können zwischen verschiedenen Schnitten, Farben, geflockten, gestickten oder gedruckten Motiven wählen. „Das kommt gut an“, stellt Massard fest. „Jetzt machen wir zwei Mal im Jahr eine neue Kollektion.“

Bei G-art stehen Räder vom Echternacher Partner Tri-Sport. G-art ist für Radkleidung bekannt. „Zu uns kommen beispielsweise Einzelpersonen, die sich die Kleidung farblich passend zum Rad fertigen lassen. Oder jemand erhält einen Gutschein zur Pension oder zum Geburtstag. Wir können von den Strümpfen bis zur Jacke alles personalisieren“, sagt Massard.

Sie selbst ist auch sportlich aktiv und gibt Kurse im „Spinning“, das ist ein fest installiertes Rad in der Halle. Zu ihren Kunden gehören rund zehn Luxemburger Radsportclubs. Aus den Nachbarländern kommen ebenfalls Kunden zu G-art. Es wird eine Weile dauern, bis sich der neue Name herum gesprochen hat.

„Aber die Kunden kennen unser Know-how und den Service. Mittlerweile sind fünf Leute für uns tätig“, sagt die Geschäftsführerin. „Mir macht das Spaß. Sonst hätte es auch keinen Sinn. Ich werde es so lange machen, wie ich Lust dazu habe.“ Erst einmal aber hat sie Zukunftspläne. „Wir wollen neben den regelmäßigen Kollektionen für den Radsport auch andere Sportarten ansprechen. Bislang haben wir schon Kleidung für Fußball- und Basketballvereine sowie Basketballschiedsrichter gefertigt. Seit diesem Jahr machen wir auch spezielle Kleidung für Golfer und Montainbiker.“

Sie bietet nicht nur Sportkleidung an. „Wir fertigen aber auch Berufskleidung für luxemburgische Unternehmen“, sagt Massard stolz. Die können die Ware von Größe XS bis 6XL vor Ort aussuchen. „Wir lassen in Europa fertigen“, sagt die Unternehmerin. Und: „Viele unserer Kunden sind froh, dass sie bei einem luxemburgischen Unternehmen einkaufen können.“

Das Internet ist eine große Konkurrenz. „Aber dort können sie oft nur die Farbe und das Logo aussuchen. Das ist eine Semi-Personalisierung und man hat keinen direkten Ansprechpartner“, findet Massard. Für rund 150 Euro gibt es bei ihr schon ein personalisiertes Outfit. „Wir können nicht die Hände in den Schoß legen“, sagt die Unternehmerin abschließend. „Aber es läuft.“


www.g-art.lu