LUXEMBURG
JEFF KARIER

Haus de Venoge stellt seit mehr als 180 Jahren Champagner her

Zu den insgesamt rund 300 Häusern, die Champagner herstellen, gehört de Venoge. Seit 1837 wird unter diesem Namen in der Avenue de Champagne in Epernay der weltbekannte Schaumwein hergestellt. Somit kann das Haus auf eine lange Tradition zurückblicken. Laut Gilles de la Bassetière, Direktor von de Venoge zeichnen komplexe Aromen im Zusammenspiel mit einer außerordentlichen Frische den Stil des Hauses aus. „Eine solche Kombination suchen die Kunden“, meint der Direktor.

Prämierte Tropfen

Das Haus de Venoge hat drei verschiedene Produktsparten. Angefangen bei den „Cuvées Cordon Bleu“. Hierzu zählen ein Brut, ein „Extra Brut“, ein „Brut Rosé“, „Demi-Sec“ sowie ein „Blanc de Noir“. „Diese bieten hohe Qualität zu einem günstigen Preis“, meint de la Bassetière. Diese Aussage wird durch die Punktewertung des Fachmagazins „Wine Advocate“ (Robert Parker) unterstrichen. In diesem wurde der „Cordon Bleu Brut“ mit 91 und der „Cordon Bleu Extra Brut“ mit 92 Punkten bedacht. Mit den „Cuvées Princes“ bietet de Venoge bereits bei der Wahl der Flasche eine Besonderheit. Diese ist nämlich einer Karaffe der niederländischen Königsfamilie aus dem 19. Jahrhundert nachempfunden. Hier kann man zwischen vier verschiedenen Cuvées wählen: „Blanc de Blancs“, „Blanc de Noirs“, „Extra Brut“ und „Rosé“. „Princes Blanc de Noirs“ und „Princes Extra Brut“ erhielten dabei jeweils 92 Punkte von Robert Parker, während die Cuvée „Princes Rosé“ 91 Punkte erhielt. Die besten Tropfen des Hauses bilden die „Cuvées Louis XV“. Auch diese haben die einzigartige Form, die man bereits von den „Cuvées Princes“ kennt. Allerdings wird bei den „Cuvées Louis XV“ Weißglas und kein Buntglas verwendet. Hervorzuheben ist hierbei etwa der „Louis XV Rosé 2006“ sowie der „Louis XV Brut 1995“. Beide erhielten von Robert Parker 97 Punkte. „Auch die Cuvées des Jahrgang 2008, die wir erst vor Kurzem in den Verkauf genommen haben, sind hervorragend“, betont de la Bassetière.

Enge Zusammenarbeit

Damit die Qualität des Champagners gleichbleibend hoch bleibt, braucht man zunächst gute Trauben. „Dazu sind in erster Line gute Winzer notwendig, die uns beliefern. Mit ihnen stehen wir im ständigen Austausch, helfen uns gegenseitig und haben langjährige Verträge.“ Einige Winzerbetriebe beliefern de Venoge bereits seit mehreren Generationen. Um aus den Trauben das Beste herauszuholen, verwendet das Haus auch nur den Saft der ersten Pressung. Hinzu kommt, dass dem Champagner eine entsprechend lange Zeit gegeben wird, sich bei der zweiten „Vinification“ zu entwickeln. „Wir versuchen dabei die Qualität nicht nur zu halten, sondern sie auch zu verbessern“, erklärt de la Bassetière.

Diese Qualität versucht das Haus auch entsprechend unter Beweis zu stellen und nimmt regelmäßig an Wettbewerben teil, organisiert Verkostungen oder beteiligt sich an gemeinsamen Verkostungen. „Das trägt auch zur Imagepflege bei und macht den Namen de Venoge bekannter.“ Da die Konkurrenz in der Champagne groß ist – schließlich gibt es rund 300 Champagner-Hersteller – reicht es nicht nur ein gutes Produkt herzustellen. „Durch die besondere Form unserer Cuvées ‚Princes‘ und ‚Louis XV‘ setzen wir uns auch optisch von den anderen ab. Wir haben Wiedererkennungswert.“ Diese Flaschen seien dann auch gefragte Geschenke, etwa zu Weihnachten. „Und in Zukunft werden wir noch stärker auf unsere Karaffen-Flaschen setzen.“

Aktuell sind die Produkte von de Venoge in über 50 Ländern erhältlich. „Wir arbeiten sehr stark mit den USA, Japan, Italien und Belgien“ zusammen, führt de la Bassetière aus. In Luxemburg kann man die Produkte des Hauses etwa bei Rossi kaufen. Außerdem ist de Venoge seit rund 20 Jahren der Haus-Champagner im Restaurant „Les Roses“ in Bad Mondorf.

Gute Vorzeichen

Mit Blick auf das Jahr 2018 ist der Direktor sehr zufrieden „Wir hatten unglaubliche klimatische Bedingungen, die dazu geführt haben, dass neben der Menge an Trauben auch deren Qualität auf einem sehr hohen Niveau ist. In meinen 23 Jahren, in denen ich nun in der Champagne bin, habe ich so etwas noch nicht erlebt“, stellt der Direktor fest. Selbst ältere Einheimische hätten ein solches Jahr noch nicht in der Champagne erlebt. Die Zeichen sprechen dafür, dass 2018 ein hervorragender Jahrgang wird. Ungewöhnlich ist, dass de Venoge seit einigen Jahren über ein kleines Hotel verfügt. Dadurch könne man nicht nur Kunden bei einer längeren Besichtigung im eigenen Haus unterbringen, sondern fördere auch weiter den Oenotourismus. Heute verfügt de Venoge über 20 Hektar Weinberge, nutzt durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Winzern aber insgesamt 80 Hektar.