LUXEMBURG
NATALIA SLIOUTOVA

Spielekritik: „Alien: Isolation“

Der neue „Alien“-Titel von Creative Assembly ist das Spiel, auf das die Alien-Fans seit Jahren sehnsüchtig gewartet und nun endlich, endlich bekommen haben! Es hat alles, was man sich von einem Horror Survival-Spiel wünscht: Spannung, Gruselfaktor und das altmodische Flair der „Alien“-Filme, das wir zu lieben gelernt haben. Im Vergleich zu dem letzten „Alien“-Spiel, das ein niederschmetternder Flop war, ist Alien Isolation ein wahrer Silberstreifen am Spielehorizont.

Space-Sauna heißt sie willkommen

Grafisch gesehen gibt es an dem Spiel fast nichts auszusetzen. Die Umgebung wurde bis ins kleinste Detail den Originalfilmen der 70er und 80er nachempfunden und spielt mit der Nostalgie. Die Hintergrundgeräusche und -musik passen sich perfekt der Atmosphäre an. „Isolation“ benutzt den Originalsoundtrack der Vorlage, der mit hohen und gespenstischen Tönen untermischt wurde: Es ist wunderbar und nervenzerfetzend zugleich. Und wenn mal Stille an die Stelle der Musik tritt, kann man die Bewegungsgeräusche des Aliens aus den Luftschächten hören. Da ist es nicht verwunderlich, dass man des Öfteren die Lust verspürt, einfach mal unter einen Tisch zu kriechen und da ein paar Stunden sitzen zu bleiben, nur damit man auf keinen Fall dieser Kreatur über den Weg läuft.

Das Einzige, was dieses harmonische Bild stört ist das ständige und unerklärliche Schwitzen der Personen im Spiel. Mehr als einmal habe ich mich gefragt ob da vielleicht die Heizung zu weit aufgedreht wurde und dass eins meiner Quests mich in den Heizungskeller führen würde, wo ich das Ding abstellen muss. Jemand sollte den Designern diesbezüglich eine E-Mail schreiben, die Antwort würde mich nämlich brennend interessieren.

Abgesehen von dem ganzen Geschwitze gibt es wenig Negatives über das Spiel zu sagen. Gut, die Synchronisation der Charaktere ist etwas daneben und auch die Nahaufnahme des Armes der Hauptfigur erinnert an die einer Schaufensterpuppe, aber sonst gibt es kaum etwas zu meckern.

Überall lauert der Tod

Die Spielmechanik ist schnell erfasst: Geh zu Punkt X und vermeide jeglichen Kontakt mit potenziellen Gegnern. An sich ganz einfach und langweilig, wäre da nicht der ewig präsente Gruselfaktor. So ziemlich alles und jeder will den Spieler am liebsten tot sehen, seien es nun das Alien oder die mörderischen Androiden. Die Tatsache, dass das Alien keinem vorgefertigten Script folgt, sondern frei herumläuft und auf jedes Geräusch, das man von sich gibt, reagiert, gibt einem das Gefühl es mit einem echten, lebendigen Monster zu tun zu haben.

Fast alles was man in „Isolation“ tut, kann zum sofortigen Tod führen, da man kaum effektive Waffen und nur wenig Munition findet. Schleichen und Verstecken ist da die beste Taktik. Lustig wird es erst, wenn man, eingeschlossen in einem Schrank, minutenlang darauf warten muss, dass das Alien endlich aus dem Zimmer verschwindet. Frust bringt die fehlende Auto-Speicher-Option: Wird man umgebracht, darf man alles vom letzten Speicherpunkt aus wieder neu machen.

„Alien Isolation“ ist eine schöne Hommage an Ridley Scott und den Alien-Erschaffer H. R. Giger. Die gruselige Atmosphäre der Filme wurde perfekt eingefangen, so dass man getrost über die Mängel hinwegsehen kann. Jede noch so kleinste gelungene Aktion fühlt sich wie ein Triumph an, da sogar zu lautes Atmen das Ende bedeuten kann. Das Spiel ist auf jeden Fall empfehlenswert und dürfte für viele adrenalingeladene Spielstunden sorgen.