LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Nach Einbrüchen in Computergeschäfte: Vier Rumänen vor Gericht

Vor dem Bezirksgericht Luxemburg mussten sich vier rumänische Männer im Alter zwischen 23 und 33 Jahren wegen bandenmäßigen Einbruchsdiebstahls verantworten. Die Bande soll zwei nächtliche Einbrüche in Lineheart-Filialen mit erheblichem Schaden begangen haben. Solche Banden - vor allem aus Rumänien - sind nach Ermittlerangaben generell untereinander gut vernetzt und sehr gut organisiert. Das macht es für die Strafverfolgung oft schwer, sie zu fassen. Da die Täter hier aber einfach Fehler begingen, saßen vier von zehn Männern am Mittwoch auf der Anklagebank der 12. Strafkammer am Bezirksgericht Luxemburg.

Bande aus zehn Mann

Am 14. Juni 2018 war die Bande in die Räume des Computergeschäfts Lineheart in Leudelingen eingedrungen. Apple Produkte wie MacBooks, iPads und neueste iPhone Modelle wurden in zwei Autos verladen und weggeschafft. Am 6. Juli 2018 gegen 2.40 rammten die Einbrecher mit einem gestohlenen Renault Clio rückwärtsfahrend das Schaufenster des Computerladens Lineheart in der Grand-Rue in Luxemburg/Stadt. Den Tätern gelang mit wertvollen MacBooks und iPhones im Wert von über 100.000 Euro die Flucht.

Am Vorabend des Einbruchs besuchten zwei Angeklagte den Laden in der Innenstadt von Luxemburg - und benahmen sich verdächtig. Zum Beispiel fragten sie nach dem Aufbewahrungsort der neuesten iPhone Modelle. Überwachungskameras haben diese Szenen aufgenommen. Die Polizei kam der Bande, die überwiegend keine Spuren hinterließ, durch diese Videoaufnahmen, Fahndungsfotos und Hotelreservierungen auf die Schliche. Bilder der Männer gab es dank der Überwachungskameras im Laden genug: Sie machten sich nicht einmal die Mühe, sich zu maskieren. So konnten die Einbrecher später überführt werden. Auch in Frankreich hatte die Bande angeblich in Lineheart-Filialen zugeschlagen. Die Vorfälle wurden aber im aktuellen Prozess nicht behandelt. Nach einer möglichen Haft in Luxemburg sollen drei der vier Angeklagten nach Frankreich ausgeliefert werden. Vier weitere Mitglieder der Bande sitzen zurzeit in Frankreich im Gefängnis, zwei von ihnen sind auf der Flucht.

Die Staatsanwaltschaft sprach klar von einer kriminellen Vereinigung. Die Beschuldigten sowie ihre Verteidiger Me Denise Parisi und Me Daniel Scheerer sprachen dagegen in ihren Plädoyers von „Ad-hoc-Gruppen.“

Mehrjährige Haftstrafen gefordert

So wurde von der Staatsanwaltschaft für schweren Bandendiebstahl in zwei Fällen vier Jahren ohne Bewährung für Florin I. (33), der nur beim Einbruch in der Grand-Rue dabei war, gefordert. Zu jeweils sechs Jahre Haft mit der Möglichkeit eines teilbedingten Vollzugs sollen Marius B. (25), Donut G. (23) und Panel G. (33) verurteilt werden. In der Nebenklage forderte eine Versicherung einen Schadenersatz von rund 125.000 Euro von den Beschuldigten.


Das Urteil wird am 28. November 2019 gesprochen