Als Luxemburg keine regionalen Kulturhäuser hatte, wurde fleißig gebaut und investiert, was das Zeug hielt. Investiert wurde allerdings in die Architekten, die Planungsbüros,... was man alles so braucht, um ein quadratisches Gebäude auf der grünen Wiese oder im Stadtzentrum zu errichten. Praktisch sind die allermeisten Einrichtungen allemal, es wurden ja weder Kosten noch Mühen gescheut, sie auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Als alle Kulturpaläste errichtet waren, merkte man auf einmal, dass kein Geld mehr übrig war, um die Gebäude mit Leben zu füllen.

Das Gros der Kulturhäuser hat dieses budgetäre Defizit durch menschliches Engagement kompensiert. Würde nämlich eine Vielzahl von kulturellen Einrichtungen nicht von engagierten und passionierten Kulturmanagern geleitet werden, wären mancherorts die Lichter schon ausgegangen.

Die Konventionen zwischen dem Ministerium für Kultur und den Häusern, Veranstaltern, Organisationen sind in trockenen Tüchern, ein paar müssen - zu Recht - nachsitzen. Friede, Freude, Eierkuchen bis 2018 also, wenn die nächste Verhandlungsrunde anberaumt ist.

Die Debatte um die finanzielle Zukunft der einzelnen Partner ist abgeschlossen. Die Vereinigungen und Organisationen haben Planungssicherheit, bleibt die Frage, ob die Geldbeträge, die man fein säuberlich in eine Tabelle gepackt hat und die übrigens nachzulesen sind, mittelfristig ausreichen, um weiterhin eine komplette und qualitativ anspruchsvolle Spielzeit auf die Beine zu stellen, beziehungsweise Kulturprojekte zu realisieren. Nein, lauten meine und die Antwort zahlreicher Akteure, die tagtäglich jeden Euro umdrehen und sich zwei oder dreimal überlegen müssen, ob sie sich demnächst nur noch eine, statt zwei Eigenproduktionen pro Spielzeit gönnen können.

Ein öffentlicher Zuschuss von 100.000 Euro für ein Künstlerkollektiv oder ein Theater mag auf den ersten Blick happig wirken. Auf den zweiten Blick reicht ein solcher Betrag heute noch gerade so aus, um eine Spielzeit ohne größere Probleme über die Bühne zu bekommen. In drei oder vier Jahren sehen die Dinge vielleicht schon wieder anders aus. Reichen dann 100.000, um das Programm einer Spielzeit aufzubauen, ohne Kompromisse in puncto Qualität einzugehen? Kaum, denn die Produktionskosten steigen von Jahr zu Jahr, im Gegensatz zu den Subventionen. Veranstalter oder Theatertruppen beschäftigen sich intensiv mit alternativen Finanzierungsmodellen. Und die Rolle der Sponsoren bei dem Ganzen? Private Geldgeber machen sich rar, investieren, im Kulturbereich, lieber in Mainstreamproduktionen, die importiert werden, als in luxemburgische Eigenkreationen. Ein Bekenntnis für den luxemburgischen Kreativsektor sieht anders aus.

Nach der Erneuerung der Konventionen ist vor den Gesprächen um das Anheben der Subventionsbeträge. Bis 2018 wird der Kultursektor irgendwie über die Runden kommen, mit oder ohne Sponsoren. Spätestens dann werden aber wohl Gespräche über das Aufstocken der Budgets geführt werden müssen.

Wenn nicht, riskieren wir, dass Häuser verwaisen und Künstlerkollektive Zwangspausen einlegen werden, weil einfach das nötige Geld für die Produktion fehlt.