CLAUDE KARGER

Freitagabend geht’s los: Frankreich-Rumänien heißt die Auftakt-Partie zur größten Europameisterschaft aller Zeiten im „rumpelfüßigen Sport“, wie das „T“ in einem Artikel über den Bestseller der Belgiers Jean-Philippe Toussaint schreibt. Der nähert sich dem Gekicke philosophisch-poetisch: „Als Ganzes betrachtet handelt es sich bei Fußball um verderbliche Nahrung, sein Verfallsdatum setzt unmittelbar ein. Man muss ihn sofort verzehren, so wie Austern, Meeresfrüchte, Langusten oder Garnelen.

Man muss ihn in aller Frische genießen, in der Stärke des Moments und in der Hitze des Jetzt“. Abermillionen werden sich da wieder reinstürzen, Promis inbegriffen natürlich. Dem „Wort“ verriet der Premier, dass er trotz rappelvollem Terminkalender versuchen wird, wenigstens ein „Public Viewing“-Mengenbad zu nehmen - am besten wenn Belgien kickt, über dessen Triumph sich der Regierungschef tierisch freuen würde, aber auch „Island als Zwerg dieser EM traue ich durchaus eine Überraschung zu“. Der „Revue“ vertraute Star-Choreografin Sylvia Camarda indes an, dass sie ganz doll weint, wenn die Rumpelfüßler aus dem Stiefel verlieren. Fußball habe übrigens viel mit Tanz und Theater gemeinsam, für manche sei es gar „wie eine Religion“. „Ein schöner Wahnsinn“ für die Fans, wie der „Revue“-Leitschreiber meint - für andere ein Martyrium. Viel Spaß jedenfalls.