LUXEMBURG
INGO ZWANK

Autofestival 2019: Informierte Besucher setzten weiterhin bei Benziner und Diesel an

Es ist eigentlich wie immer: „Einige sind sehr zufrieden, andere etwas weniger“, resümiert Ernest Pirsch, ging doch am Wochenende offiziell das Autofestival 2019 zu Ende. „Diese Zufriedenheit hat aber auch damit zu tun, ob man nun viele Neuheiten präsentieren konnte oder nicht. Denn Neuheiten ziehen bekanntlich auch Besucher an“, sagt der Koordinator vom „House of Automobile“, der so von einer „guten Stimmung“ zu Festival sprach - auch wenn wieder das Wetter als unberechenbarer Faktor zugeschlagen hat.

„Natürlich machen sich die Leute Gedanken um E-Fahrzeuge“

„Dienstag, Mittwoch und Donnerstag war es da doch etwas mau in den Showrooms, was mit auch Kollegen berichtet haben“, sagt Pirsch. Doch zum Start ins Wochenende hätten sich die Besucher wieder in den Autohäusern eingefunden. Und die, die den Weg zu den Autohäusern fanden, beschrieb Pirsch als „sehr gut vorbereitet“, dank des Internets. „Die wollten gezielt ein Angebot für ihre Vorstellung haben.“ Es sei eben nicht mehr der Kunde, der sich vor Ort einer entsprechenden Beratung stellen würde. „Heute kann man sich optimal vorbereiten, man kann im Vorfeld alles ausloten, die Wünsche sind dann hier bei uns bereits klar definiert“, so Pirsch.

Was aber jetzt besonders gefragt bei den Besuchern? „Natürlich machen sich die Leute Gedanken um E-Fahrzeuge und fragen auch einiges nach“, sagt Pirsch, dass es aber jetzt den Hype auf E-Autos gegeben hätte, davon kann Pirsch nicht sprechen. „Die, die bereits ein E-Fahrzeug haben und zufrieden damit sind, die schauen auch weiterhin nach einem solchen Modell.“ Eine Einschätzung, die auch Philippe Mersch von der Garage Kremer in Mersch und noch amtierender Fegarlux-Präsident, teilt. „Die Leute, die bereits ein E-Fahrzeug haben, schauen nun nach Modellen - mit einer weiteren Reichweite.“

Sicher seien die Benziner in einem gewissen Aufwind, „ doch vor allem bei den etwas schweren Wagen ist immer noch der Diesel gefragt“, sagt Pirsch. Denn über Fahrverbote würde sicherlich auch in den Showrooms und im Kundengespräch gesprochen, „die Leute verfolgen ja auch, was im Ausland passiert“, doch Pirsch stellt fest, dass die „Hexenjagd“, die regelrecht vor zwei Jahren auf den Diesel gestartet wurde, abgeebbt ist. Hat man sich doch jetzt eher den SUV als den Gegner ausgesucht - nicht zuletzt durch Aktionen wie vom „Mouvement Ecologique“ wurde das Thema aufgegriffen. „Doch auch hier gilt, dass man durchaus Äpfel mit Äpfeln vergleichen soll. Und dann stellt man nun einmal fest, dass die SUV auch nicht schmutziger ist als andere Fahrzeuge.“

Jagd auf SUV

„Die Kunden müssen daher aufgeklärt und vor allem auch begleitet werden“, unterstreicht der Koordinator, „es kann uns als Händler ja egal sein, was der Kunde für ein Auto kauft, Benziner, Diesel, Hybrid oder auch Elektro. Doch es muss festgestellt werden, dass eben auch andere Staub ausstoßen, daher darf man nun nicht alleine die Dieselfahrzeuge verteufeln. Feststellen muss man - auch wenn das Thema sicherlich hier bei uns in Luxemburg relevant ist -, dass es aber doch nicht so breit getreten wurde, wie in anderen Ländern“. Hier in Luxemburg hätte die Branche auch einen gesunden Austausch mit den entsprechenden Ministerien.

Herausforderung

Pirsch geht - was sein Haus anbelangt - davon aus, dass man wohl mit den Zahlen aus dem letzten Jahr rechnen könne, „wobei der Montag noch abzuwarten ist, der ist auch immer sehr stark.“ In den kommenden Monaten wird sich über die Zulassungszahlen zeigen, wie erfolgreich das Autofestival 2019 wirklich war. „Wir hatten jetzt drei Rekordjahre“, sagt Pirsch, der auch weiterhin von einem stabilen Automobilmarkt in Luxemburg ausgeht, dann sei es nun wirklich kein Beinbruch, wenn jetzt nicht wieder eine Steigerung erreicht werden würde. „Wie gesagt, ich sehe den Markt als recht stabil an, anders als in anderen Ländern.“ Da könne sich Luxemburg noch glücklich schätzen.

Mersch sieht sich und seine Kollegen aber einer Herausfordeurng gegenüber, nämlich der, dass man auch junge Leute wieder vom Festival begeistert - sicherlich eine Aufgabe, der sich die neue „Féderation des Distributeurs Automobiles et de la Mobilité (FEDAMO)“ stellen wird.