LUXEMBURG
MM

Ein halbes Jahrhundert Hafen Mertert - Betreibergesellschaft setzt auf Multimodal-Lösungen

Nachdem 1964 in Mertert die Hafengesellschaft gegründet worden war, ging es an den Ausbau des Binnenhafens, der nun gestern in der hauptstädtischen Philharmonie seinen 50. Geburtstag feierte.

Zwar findet der Großteil des Güterverkehrs auf der Straße statt, doch gerade um die vielen Verkehrsinfarkte zu minimieren wie auch die Umweltbelastung, zielt die Politik der EU-Kommission darauf ab, dass wieder mehr Gütertransport auf den Flüssen stattfinden soll. Transport- und Infrastrukturminister François Bausch wies darum gestern darauf hin, wie wichtig eine optimal vernetzte Infrastruktur sei, zum einen, damit Wirtschaftswachstum entstehe, zum andere, damit Unternehmen sich im Land niederließen. Der multimodale Transport sei die Antwort auf die gestiegene Umweltsensibilisierung. „Der Hafen von Mertert als multimodale Plattform ist ein zentrales Element in der Entwicklung Luxemburgs als logistischer Hub im Herzen Europas“, so Bausch. Auch der Präsident der Merterter Hafengesellschaft, Jeannot Poeker, hatte im letzten Jahresbericht explizit die Multimodalität des Hafens hervorgehoben: Also die Möglichkeit, verschiedene Transportwege wie Straße, Schiene, Fluss und auch Luft miteinander zu verbinden. 2015 konnte die Moselschifffahrt laut Angaben der Moselkommission und gemäß den Schleusen Koblenz, Apach und Grevenmacher, Zuwächse beim Containertransport verzeichnen. Weniger erfreulich allerdings die Zahlen zu den „traditionellen“ Güterverkehren auf der Mosel. In Grevenmacher passierten demnach 3.410 beladene Schiffe die Schleuse (gegenüber 3.938 im Jahr davor).

Letztes Jahr wurde über Mertert ein Gesamtgütervolumen von 1,26 Millionen Tonnen abgewickelt, im Jahr davor waren es 1,21 Tonnen gewesen - allerdings noch weit weg von den Zahlen vor der Wirtschaftskrise, als 1,8 Millionen Tonnen über Mertert abgewickelt wurden. Und der reine Transport über den Schiffsweg verzeichnete einen Rückgang des Güterumschlags von 1,5 Prozent auf 740.949 Tonnen; auch der Hafen Trier, von dem sich die Merterter Hafengesellschaft als Betreiber des Trierer Containerterminals Anfang vergangenes Jahr getrennt hatte, verzeichnete bei Schiffstransportgütern einen Rückgang von 25,3 Prozent. Wie in Trier, dessen Hafen nun zu Mertert in direkter Konkurrenz steht, werden hier etwa 50.000 Quadratmeter Lager- und Umschlagsfläche für das Containergeschäft geboten - Mertert kann hier gegenüber der deutschen Seite mit einem 124-Tonnen-Kran punkten. Mit 41 Prozent ist Mineralöl das Hauptumschlagsgut in Mertert, gefolgt von Stahl mit rund 24 Prozent.

Die Eigentümer der Hafengesellschaft Mertert sind der luxemburgischen Staat, ArcelorMittal B&D, BGL BNP Paribas und die „Banque Internationale à Luxembourg“ (BIL).