ANKARA
AP

Der Zwischenfall könnte ein Rückschlag für die bilateralen Beziehungen sein

Der russische Botschafter in der Türkei, Andrej Karlow, ist bei einem Anschlag in Ankara ums Leben gekommen. Der Diplomat sei seinen Schussverletzungen erlegen, teilte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Montag mit. Ein bewaffneter Unbekannter hatte während einer Fotoausstellung auf den Diplomaten geschossen. Der 62-jährige Karlow wurde zunächst mit Schusswunden in ein Krankenhaus gebracht. Die türkische Polizei tötete den Angreifer, wie Medien berichteten.

Der Hintergrund des Attentats war zunächst unklar. Karlow war gerade dabei gewesen, auf der von seiner Botschaft gesponserten Fotoausstellung eine Rede zu halten, als der in Anzug und Krawatte gekleidete Bewaffnete mindestens acht Schüsse auf ihn abfeuerte, wie ein anwesender Fotograf der Nachrichtenagentur berichtete. Der Angreifer habe „Allahu Akbar“ gerufen und auch einige Wörter auf Russisch gesagt, sagte der AP-Fotograf weiter. Zudem beschädigte der Mann einige der ausgehängten Bilder.

Unter den Anwesenden sei Panik ausgebrochen, berichtete der AP-Fotograf weiter. Der private TV-Sender NTV meldete, drei weitere Menschen seien durch den Angreifer verletzt worden.

Sacharowa sagte, ihr Land und die türkischen Behörden stünden wegen des Vorfalls in Kontakt. Der Bürgermeister von Ankara, Melih Gökcek, mutmaßte, das Attentat ziele darauf ab, die wieder aufgenommenen Beziehungen zwischen der Türkei und Russland zu stören. Der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby, verurteilte die Tat.

Karlow war 1976 in den diplomatischen Dienst eingetreten. Er diente unter anderem von 2001 bis 2006 als russischer Botschafter in Nordkorea. In der Türkei war er seit 2013 der Topdiplomat Russlands.