LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Der Klimawandel macht selbst vor dem Sozialdialog nicht halt. So sagt das „T“ angesichts der Scharmützel zwischen Gewerkschaften und Patronat bereits einen „heißen Winter“ voraus. Aber: „Solange es beim Säbelrasseln bleibt, ist nicht viel zu befürchten“. Ein solches ist seit Anfang des heißen Rentrée-Herbstes allerdings auch in der politischen Szene zu hören: „Man braucht kein Politik-Nerd zu sein, um festzustellen, dass in den letzten Monaten, die Politik in Luxemburg vor allem von Nebenkriegsschauplätzen geprägt war“, schreibt der „Revue“-Leitartikler, „aber reicht diese Empörungskultur - die aus der guten alten Mücke den berühmten Elefanten macht - wirklich aus? Müsste man - egal ob als Majoritäts- oder Oppositionspartei - nicht mit wirklich relevanten Themen versuchen, sich als Politiker zu profilieren?“ Äh, ja. Aber Mücken aufblasen ist in Zeiten „sozialer“ Medien doch viel lustiger. Von den digitalen Krabbenkörben kann etwa Greta Thunberg ein Liedchen flöten, über der immerzu mit allerlei fiesem Gedöns durchsetzte Empörungswellen brechen. Jüngst hat auch noch jemand geglaubt, sie auf einem uralten Foto wiederzuerkennen, wie „L‘Essentiel“ meldete. Die digitale Sphäre ist natürlich empört: Warum verschweigt Greta uns ihr wahres Alter? Dabei weiß das Netz doch, dass Echsenmenschen Äonen überdauern.