LUXEMBURG
NANCY LAMBERT

„UNexpected Treasures“: lehrreiche Ausstellung im „natur musée“ lässt staunen

Ein nahezu vollständiges Dromedarskelett präsentiert sich vor den Augen der Besucher - und bereits im Eingangsbereich wird man von einem täuschend echt aussehenden Dinosaurierkopf und einem „Ureinwohner“ begrüßt: man ist zu Gast im Nationalmuseum für Naturgeschichte in Luxemburg, dem „natur musée.“

Erkundet man das Museum weiter, findet man mehr kulturhistorische Gegenstände, ein Bruchteil nur von Millionen Objekten, die im Laufe der Jahrzehnte von den unterschiedlichsten Institutionen des Landes zusammengetragen wurden und nun Bestandteil der temporären Ausstellung „UNexpected Treasures - ONerwaarte Schätz“ geworden sind.

„Virtual Reality“-Installation zu Vianden

Gestern wurde im Museum für Naturgeschichte in Luxemburg-Grund die Ausstellung vorgestellt. Anlässlich des europäischen Kulturerbejahres öffnen vom 18. April bis zum 26. August staatliche Kulturinstitute ihre Schatzkammern und präsentieren gemeinsam eine Auswahl von rund 100 Objekten aus ihren Sammlungen, die die Öffentlichkeit bisher so in der Kombination noch nicht gesehen hat. Aufgeteilt in neun Themenbereiche werden die Ausstellungsstücke auf 40 Objektinseln vorgestellt. Sie sollen den Besuchern die Möglichkeit bieten, sich dem kulturellen Erbe Luxemburgs durch eine Reflexion über Sammlungs- und Konservierungspraktiken in den Kulturinstituten zu nähern und die sozialen und kulturellen Kontexte dieser Objekte zu verstehen, erklärt Patrick Michaely, der für die Ausstellung zuständig ist.

In Anwesenheit des Premier- und Kulturministers Xavier Bettel, des Staatssekretärs für Kultur, Guy Arendt, und der Direktoren der beteiligten Kulturinstitutionen (dies sind: Nationalbibliothek; National-Archiv; Nationales audiovisuelles Zentrum; Nationales Literaturzentrum; Nationales Zentrum für archäologische Forschung; „Dräi Eechelen“- Museum; Nationales Museum für Geschichte und Kunst; Nationales Museum für Naturgeschichte sowie die Denkmalschutzbehörde) standen beim gestrigen geführten Rundgang nicht nur passives Zuhören, sondern auch aktive Teilnahme auf dem Programm: So ermöglicht beispielsweise eine „Virtual Reality“-Installation einen dreidimensionalen Rundflug über Vianden und die Burganlage. Dank moderner Vermessungstechniken konnten die unterschiedlichen Bereiche der Burg in 3D-Modelle umgesetzt werden.

Auch Geräusche sind Kulturerbe

Dass zum Kulturerbe nicht nur materielle, sondern auch immaterielle Objekte gehören, beweist der Themenbereich „Opgepasst! Den Objet ass net alles!“ In diesem Kontext werden sowohl Gerüche als auch Geräusche hervorgehoben. Die aus dem Jahr 1440 stammende Glocke aus der Gangolfkapelle in Oberdonven, die sogar als nationales Monument klassiert wurde, ist eines der bekanntesten Beispiele in dieser Objektinsel.

Von Dinosauriern über gallo-römische Mosaiken bis hin zu der modernsten 3D-Technik: Die Ausstellung lässt keine wichtige Epoche der Geschichte des Kulturerbes aus. In seiner Dankesrede betont Xavier Bettel nicht nur die „verschidde Facetten“ der Ausstellung, sondern auch die Wichtigkeit und Bedeutung der ausgestellten Gegenstände in der heutigen Gesellschaft: „Ee réimescht Kaméil ass geschichtlech immens vill wäert.“

Die Gegenstände, die in den Museen und Archiven zu sehen sind, dürfen fast immer für sich in Anspruch nehmen, dass sie „echt“ sind - „und häufig sogar bedeutsame, mitunter einmalige Originale darstellen. Viele dieser Originale sind mit bedeutenden Namen verknüpft, sind wichtige Zeugnisse für Entwicklungen und historische Ereignisse“, wie Michaely erklärt.

Bettel erhofft sich, dass die Besucher der Ausstellung auf neue Kulturinstitutionen aufmerksam werden: „Leit, déi komme wéinst deem Engen, entdecke vläit eppes Neies...“


Weitere Infos gibt es auch auf

www.tinyurl.com/UNexpectedTreasures