BARTRINGEN
CORDELIA CHATON

Die „Belle Étoile“ zeigt 38 Gitarren aus einer Sammlung von rund 600 Instrumenten

Luc Henzig liebt Gitarren, vor allem E-Gitarren. Über 600 hat er schon gesammelt. 38 ausgewählte Stücke werden vom 16. bis 25. Februar im Shopping-Center „Belle Étoile“ in Bartringen gezeigt. „Sie werden die Geschichte der Gitarre von 1927 bis 1956 erzählen“, sagt Henzig, während er durch seine Sammlung geht und den Hut des Bon Jovi-Gitarristen Richie Sambora zurechtrückt, der an dessen Gitarre hängt.

Beruflich hat Henzig mit Gitarren nichts zu tun, privat aber sammelt der Leiter des Bereichs Formation bei der Handelskammer seit Jahren mit Leidenschaft. „Besonders gefällt mir, dass alle Stücke eine Geschichte erzählen“, sagt er. Da steht die himmelblaue Gitarre von Billy Squier, die der mal seiner Freundin geschenkt hat. Henzig hat sie auch schon im Kunstmuseum Groningen ausgestellt, für das er gemeinsam mit dem Maler Oliver Jordan eine sehr erfolgreiche Ausstellung kuratiert hat.

Seit 15 Jahren Sammler

„Ich sammele seit 15 Jahren Gitarren. Zuvor habe ich Science Fiction gesammelt“, erzählt der 56-Jährige. Ihm geht es bei seiner Sammlung weniger darum, dass ein Stück einem berühmten Musiker gehört hat, als darum, dass es einen Platz in der Musikgeschichte hat. Seine Modelle geben die ganze Vielfalt des Gitarrenbaus wieder. Auch Stücke bekannter Musiker wie von Beatles-Gitarrist George Harrison finden sich. Aber Namen sind nicht alles - und sie kosten. „Für eine Gitarre von Eric Clapton müsste man heute viel Geld hinlegen. Unter 100.000 Euro ginge da nichts“, sagt Henzig.

Die Geschichte der E-Gitarre ist eng mit dem Jazz und den USA verbunden. „Dort nahmen deutsche Einwanderer erstmals Stahldraht, wie er sonst für die Weiden verwendet wurde, und zogen neue Saiten auf. Das war um 1885“, berichtet der Luxemburger. Zwar gab es Gitarren schon sehr lange, aber im Orchester gingen sie bald unter und wurden Anfang vergangenen Jahrhunderts von anderen Instrumenten übertönt.

Gitarren aus Blech und Bakelit

„Deshalb kamen diese Blechgitarren auf, die eine bessere Resonanz hatten. Die gleichen Leute, die sie entwickelt haben, haben dann auch die E-Gitarre entwickelt“, erzählt Henzig. In seiner Sammlung hat er viele Gitarren aus dieser Anfangszeit, in der mit Formen und Materialien experimentiert wurde. Einige Gitarren waren aus Bakelit, wie die damals üblichen Telefone, andere aus Metall oder Holz. Henzig deutet auf einen Verstärker von 1935. „Das war das erste Modell, mit dem Hendrix gespielt hat.“

Ende der 30er Jahre gab es akustische Gitarren von Gibson mit einem Mikrofon, erzählt Henzig. „Dann revolutionierte Leon Fender in den 50er Jahren die E-Gitarre und löste einen Boom aus, weil durch seine industrialisierte Fertigung Gitarren nur noch halb so teuer waren. Die wurden damals mit Autolack gestrichen“, sagt er und deutet auf ein Modell in Thunderbird-Rot.

Man merkt: Henzig könnte noch stundenlang erzählen. Er ist ein begeisternder Sammler. Vielleicht liegt das auch daran, dass seine Leidenschaft nur dem Instrument gilt. Denn eines kann Henzig nicht: Gitarre spielen.

Vom 16.2. - 25.2. zeigt das Shoppingcenter Belle Étoile 38 ausgewählte Stücke des Sammlers Luc Henzig, darunter Gitarren von Jack Bruce, Arlen Roth, Billy Gibson oder Rich Robinson. Gratiskonzerte finden am 17.2. von 15.00 - 18.00 (Fred Barret Group), am 24.2. um die gleiche Zeit (Teuwens/Costa Reis) und am 18.2. und 25.2. von 14.30 - 17.30 mit Schülern der Musikschule Differdingen statt.