CLAUDE KARGER

„Merde alors!“ Hat es dieser Salvini doch fertig gebracht, dass der partei- und farblose Premier Conte in Italien hinschmeißt. „Sein Hauptjob schien darin zu bestehen, Italien auf internationaler Bühne ein seriöses Gesicht zu geben - während sich seine rauflustigen Vizes zu Hause mit manchmal irren und fast immer teuren Ideen überboten“, schrieb der „Spiegel“ in einer Art politischen Nachruf auf den Italo-Premier, der nun nicht mehr hinter dem Berg hielt mit Kritik an dem stramm rechten Lega-Nord-Capitano. „Wenig Sensibilität“, „Ungeschick“, „eigene Interessen über die des Landes“, „beunruhigendes Streben nach Macht“, „verantwortungslos“ - ballerte Conte Salve um Salve gegen Salvini, der vor zwei Wochen von einem Strand aus die Populisten-Koalition mit den Fünf-Sterne-Komikern gesprengt hatte, um vor dem Hintergrund guter Umfragewerte auf Neuwahlen zu pokern. Hoffen wir, dass der milanesische Brüller sich verzockt hat und sein Weg nicht schnurstracks an die Spitze einer schrecklich rechten Regierung in der drittgrößten Wirtschaft Europas führt... Nichts für schwache Nerven. Derart titelte der „Trierische Volksfreund“ gestern auch über die größte mobile Achterbahn der Welt, die in diesem Jahr auf der „Schueberfouer“ gastiert. Eins steht fest: Ein Ritt auf der Alpina-Bahn rüttelt derzeit weniger durch als die unglaublichen Loopings in Roma.