SCHIFFLINGEN
CHRISTIAN SPIELMANN

Aus „Amicale Schëfflenger Kolonien“ wird „Amicale Schëfflenger Schmelzaarbechter“

Die Mitglieder der „Amicale Schëfflenger Kolonien“ sammeln alles, was mit der Arbed und der hiesigen Stahlindustrie zu tun hat, wie auch Dokumente
über Schifflingen und speziell die Kolonien, was 2002 zum Buch „D’Schëfflenger Kolonien - Hir Geschicht an hir Leit“ führte.

Der aktuelle Präsident der Vereinigung, René Mackel, arbeitete bis 1997 bei der Arbed. Seine Sammelstücke lagerte er zuerst in einer Garage, dann in mehreren, bis der Raum nicht mehr ausreichte. Es gelang ihm, die Direktion von ArcelorMittal zu überzeugen, ihm im stillgelegten Werk von Schifflingen erst 200 Quadratmeter Ausstellungsfläche in einem Gebäude nahe dem Eingangsportal in Esch-Lallingen zu überlassen, welche in ein Museum der Stahlindustrie verwandelt wurden. Dann kamen noch weitere 600 Quadratmeter in einem angrenzenden Gebäude hinzu.

Der Umzug ins neue Museum

Im November 2014 begann der Umzug aus den Garagen ins zukünftige Museum, das „De Schmelzaarbechter“ getauft wurde. Am 24. April 2015 wurde es offiziell eingeweiht. Eine Unmenge an Werkzeugen sind hier ausgestellt, die in der Eisenverarbeitung benutzt wurden. In einer Bibliothek stehen Chroniken über die Eisenindustrie, Bücher über deren Geschichte sowie Arbeitsregister und -pläne. An den Wänden hängen zahlreiche Fotos, und es stehen Puppen herum, die Sicherheitskleider und Helme tragen. Im zweiten Gebäude kann man ein ganzes Atelier besichtigen, sowie Modelle von einer Walzstraße und einem Erz-Abbaugebiet. Eine Sanitätsstation ist noch eingerichtet sowie ein Büro eines Vorarbeiters. In einem weiteren Raum wird an den Zweiten Weltkrieg erinnert. Besonders stolz ist man darauf, dass man ein Mittelstück der Arbed-Brücke, die „Ronn Bréck“, welche die Eisenbahnstrecke und die Straße im Escher Neudorf überquerte, ergattern konnte, als sie 2017 abgerissen wurde.

„Irgendwie ist alles bereits zu klein“, bemerkte René Mackel bei der Besichtigung. Ein fester und sicherer Ort wäre sein Traum und der der ganzen Vereinigung, denn das einstige Werk von Schifflingen wird irgendwann in seine Bestandteile zerlegt werden. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, und er arbeitet weiter jede freie Minute im Museum, zusammen mit den anderen Mitgliedern der Vereinigung, wie hauptsächlich Alain Guenther und Victor Merens.

Generalversammlung und Namensänderung

Vor einigen Tagen wurde während der ordentlichen Generalversammlung in Schifflingen der Name der Vereinigung in „Amicale Schëfflenger Schmelzaarbechter“ umbenannt. Sekretär Alain Guenther sagte, dass 2017 mehr als 550 Besucher das Museum besuchten, und dass er zusammen mit dem Präsidenten und dem Kassierer etwa 2.200 Stunden im Museum verbrachte. Neben den geführten Besichtigungen, setzten sie viele gesammelte Utensilien wieder in Stand. Die Versammlung endete mit einem Umtrunk und vielen Erinnerungen an die gute alte „Schmelz“. Das Kulturjahr 2022 wäre eine gute Gelegenheit, in Sachen festes Museum Nägel mit Köpfen zu machen.


Das Museum ist jeden ersten Samstag im Monat von 14.00 bis 18.00 geöffnet. Geführte Besichtigungen sind auf Anfrage möglich. Anmelden muss man sich bei René Mackel 621 155 129 oder Alain Guenther 691 207 845