DRESDEN
PATRICK VERSALL

Sabine Kaufmann der A capella-Band „Medlz“ im Gespräch

Die deutsche A capella-Popband „Die Prinzen“ ebnete Ende der Neunziger den Weg für die Karriere der fünfköpfigen Damentruppe „Medlz“, deren Mitglieder allesamt auf eine gemeinsame Vergangenheit im renommierten „Philharmonischen Kinderchor Dresden“ zurückblicken können. „Medlz“-Mitglied Sabine Kaufmann geht im „Journal“-Gespräch auf die Bandgeschichte ein.

Frau Kaufmann, Sie waren Mitglied des „Philharmonischen Kinderchor Dresden“. Haben Sie sich von klein auf für das Singen begeistert oder sind Sie in den Chor eingetreten, weil die beste Freundin auch Mitglied war?

Sabine Kaufmann Bei jedem war schon so eine gewisse Musikalität vorhanden; bei mir war es mein Papa, der mich auch immer singen gehört hat - er selbst hat in der Philharmonie gespielt - und mich dann logischerweise mitgenommen hat. Bei den anderen war es die Musiklehrerin oder die Eltern. Die Freundschaft kam dann im Chor.

Und irgendwann hegten Sie den Wunsch Popstar zu werden?

Kaufmann Jein, ganz am Anfang waren wir noch zu neunt. Die Freundschaft war zuerst , dann haben wir angefangen, Pop zu machen. Damals hat sich das noch nicht so herauskristallisiert, das kam zwei Jahre später, wo es darum ging, was man in seinem Leben beruflich machen möchte.

Vielen Luxemburgern ist die deutsche A capella- Band „Die Prinzen“ nach wie vor ein Begriff. Ist A capella“ eine Berufung oder haben Sie Ende der 90er eine Marktlücke entdeckt, weil die Prinzen in der Zeit sehr erfolgreich waren?

Kaufmann Nein, das kam an für sich durch den Chor. Da wir es ja gewohnt waren A capella zu singen, war es für uns etwas ganz Normales. Wir haben viel rumprobiert zwischendurch, gerade auch mit Tobias Künzel von den Prinzen. Ein Album mit Instrumenten haben wir auch aufgenommen, mussten aber schnell feststellen, dass A capella einfach zu uns gehört

Auf Ihrem letzten Album „Unsere Zeit“ haben Sie Nummer Eins Hits aus den vergangenen 20 Jahren A capella performt. Wie entstand die Idee dazu?

Kaufmann Zuerst kam die Idee einer Zeitreise; dazu kam, dass wir festgestellt haben, dass wir 20 Jahre deutsche Einheit hatten. Uns ist dann klar geworden, dass es sich genau um die Zeit handelt, in der wir bewusst angefangen haben Musik zu hören. So sind viele Songs auf der Platte drauf, die uns beeinflusst haben, einst unsere Lieblingslieder waren oder man einfach nicht daran vorbei kommt, wie das „Only Time“ von Enya.

Hand aufs Herz Frau Kaufmann: Einige Sounds auf dem Album kommen doch aus dem Rechner oder?

Kaufmann Nee, es wurde alles von uns ins Mikro gesungen. Mit dem Computer haben wir natürlich mehr Möglichkeiten, da können wir 50 Spuren übereinander legen, was live natürlich nicht machbar ist. Es ist alles von uns, bis auf eine Bass-Drum - live klopfen wir da aber auf ein Mikrofon (lacht).

Frau Kaufmann, ich habe zwei Titel der Platte ausgewählt, die ich Sie bitten würde, zu kommentieren, bzw. unseren Lesern zu erklären, wieso sie diese für die Platte zurückbehalten habe: „Junge“ von den „Ärzten“ und Lena’s „Satellite“

Kaufmann „Junge“ hat uns allen gut gefallen, ich würde sogar behaupten, es ist eins unserer Lieblingslieder. Die „Ärzte“ haben einen so großartigen Text da rein gepackt, das ist einfach phantastisch. Bei „Satellite“ stellte sich erst gar nicht die Frage, ob wir ihn mitnehmen sollten oder nicht, da 2010 - dem Erscheinungsjahr der Platte - Deutschland ja mit dem Titel den Eurovison- Song-Contest gewonnen hat. Drüber hinaus gefällt uns allen Lenas Song.

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