PALO ALTO
MARCO MENG

SSL will die Reparatur von Satelliten im All revolutionieren

Hier begann alles“, sagte Wirtschaftsminister Etienne Schneider am Dienstag (Ortszeit) in Palo Alto, im „Silicon Valley“ an der US-Westküste, wo sich derzeit eine vom Erbgroßherzog angeführte luxemburgische Wirtschaftsdelegation aufhält. Wobei die Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Raumfahrtindustrie im Fokus steht.

„Hier im Silicon Valley, führte Schneider weiter aus, hatte ihm Simon Pete Worden, ehemaliger US-Luftwaffengeneral und NASA-Direktor, nämlich von der Nutzung von Rohstoffen in Asteroiden berichtete. „Das hielt ich zuerst für reine Science Fiction“, lacht der Minister. Luxemburg hat zwar nun das erste Gesetzeswerk hinsichtlich der Nutzung von Weltraumressourcen erarbeitet, „wir wollen aber auf jeden Fall auch eine Regelung auf UN-Niveau“, sagte Schneider.

„Private Public Partnerships“ sind sehr wichtig

Beim Besuch des Satellitenbauers SSL in Palo Alto, aus dessen Produktion heute 84 Geo-Satelliten im Orbit sind, gelten höchste Sicherheitsvorschriften. Denn hier werden tonnenschwere Pakete zusammengebaut - mit Elektronik vollgestopfte Satelliten. Paul Estey, „Executive Vice President“ des Unternehmens, erklärt den Besuchern aus Luxemburg, wie wichtig in der Weltraumtechnologie heute „Private Public Partnerships“ sind, um Technologien zu entwickeln, „an die heute noch keiner denkt“. Dass die Zusammenarbeit mit dem luxemburgischen Satellitenunternehmen SES dabei durchaus US-Startups zum Auftrieb verhilft, dafür mag SpaceX stehen, das Satellitentransporte ins All mit wiederverwertbaren Trägerraketen durchführt: SES war die erste Firma, die SpaceX vertraute und von ihr Satelliten in die Erdumlaufbahn bringen ließ.

Auch SLL arbeitet seit geraumer Zeit bei verschiedenen Projekten mit dem luxemburgischen Satellitenbetreiber in Betzdorf zusammen. Unlängst hat das Unternehmen einen Roboter für eine Marslandung entwickelt.

Rohstoffe in hoher Konzentration und Reinheit

Wie Matteo Genna, Technologiechef von SSL und verantwortlich für Produktstrategie und Entwicklung, erklärt, hat die Rohstoffnutzung von Asteroiden viele Vorteile, unter anderem, dass die Rohstoffe in den umherfliegenden Gesteinen in hoher Konzentration und Reinheit vorhanden sind, was ihre Verarbeitung vor Ort erleichtert. Dadurch könnten Satelliten durch Roboter einfacher vor Ort gewartet, repariert oder modifiziert, vielleicht sogar gebaut werden - mit Rohstoffen, die nicht von der Erde ins All gebracht werden müssen, sondern dort gewonnen werden.

So könnten die Erdressourcen geschont werden, indem „wir nicht im All die Fehler wiederholen, die wir schon auf der Erde gemacht haben“, wie Schneider es ausdrückte.

Weder Gewinner noch Verlierer

Heute ist die Lebenszeit eines Satelliten nach 15 Jahren vorbei. Laut Genna ist die Weltraumtechnologie derzeit an dem Punkt, an dem die Computertechnologie in den 1980er Jahren stand - mit den gleichen ungeahnten Perspektiven. „Die Zukunft ist eigentlich schon da“, meint der Physiker. „Aber die Weltraumindustrie arbeitet heute noch analog“. Ihm zufolge gibt es in der Weltraumtechnologie auch keine Gewinner und Verlierer. „Die gibt es auf der Wall Street, nicht im Silicon Valley“.


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