LUXEMBURG
KIM GREIS

Ein Interview mit Ronny Kwiatkowski, dem Macher von „Eemol de Mount“

Eemol de Mount“ heißt das Satireformat das von Ronny Kwiatkowski ins Leben gerufen wurde. Wie der Titel es andeutet, erscheint es einmal pro Monat. Bislang wurde das Format auf Youtube veröffentlicht - mit Erfolg, denn der Kanal hat über 200 Abonnenten, das meistgesehene Video sogar fast 10.000 Aufrufe. Was hat „Eemol de Mount“ zum Erfolg verholfen? Wir haben Ronny Kwiatkowski getroffen und zu seiner Sendung befragt.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, mit „Eemol de Mount“ anzufangen?

Ronny Kwiatkowski Ich habe schon mehrmals an Comedy-Projekten gearbeitet, etwa beim Radio. Das professionelle Herumalbern ist mir also nicht fremd. Die Idee einer Satiresendung geisterte schon seit einigen Jahren in meinem Kopf, war aber recht unkonkret. In letzter Zeit produzierte ich vor allem Musikclips für luxemburgische Bands, dann merkte ich, dass ich zwischen zwei Projekten etwas Zeit hätte, die ich nutzen könnte, um mein Experiment auf eigene Faust zu wagen. Das tat ich dann auch.

Haben Sie mit einem solchen Erfolg gerechnet?

Kwiatkowski Ich habe mir zumindest erhofft, dass das Experiment erfolgreich sein wird, es sollte sich bestenfalls viral verbreiten. Der Plan war es, bis Sommeranfang drei Sendungen zu produzieren. Die Sommerpause wollte ich dann nutzen, um Sponsoren oder ein Medienhaus zu finden, die das Projekt unterstützen. Ich rechnete grob mit 3.000 Views, mittlerweile sind es fast 40.000. Dies hat mich sehr überrascht. Ein Großteil davon ist auf die rezente Aufmerksamkeit der Presse zurückzuführen.

Wie finanzieren Sie Ihr Projekt?

Kwiatkowski Indem ich mich nicht bezahle, jedenfalls bis jetzt. Die versprochene, gemeinsame Grillparty mit meinen Darstellern steht noch aus, aber das haben wir wohl noch in der Redaktionskasse. Jedenfalls ist es bisher ein Nullbudget-Produkt. Das soll jetzt geändert werden.

Wie kommen Sie auf die Inhalte der Sendung?

Kwiatkowski Eigentlich reicht es schon, etwas genauer Radio zu hören, neugierig das Internet zu hinterfragen und das Privatfernsehen auszuschalten (lacht). Wir glauben an die humorvolle Kunst der Übertreibung. Die Eier legen wir nicht. Wir färben sie nur.

In der Sendung machen Sie sich lustig über verschiedene Menschen, wie reagieren die darauf?

Kwiatkowski Im Großen und Ganzen besser als erwartet. Die politische Szene scheint sogar bis an hohe Stelle erheitert. Selbst ein sehr wertebewusster, konservativer Nachwuchspolitiker, dem ich einiges zumutete, gratulierte zur Karikatur. Das fand ich wirklich toll.

Es gibt natürlich auch einige wenige, die wütend sind.

Wie geht es weiter?

Kwiatkowski Da ich mir mehrere Optionen offen halte - Medienhäuser, privates Sponsoring oder Crowdfunding - bin ich zuversichtlich, dass es nach der Sommerpause weiter gehen wird. Der Erfolg des Experiments motiviert mich sehr. In diesem Sinne danke ich den Fans für ihre Unterstützung. Sehr vage kann ich andeuten, dass Interesse eines möglichen Partners besteht. Alles Weitere ist aber bisher noch ungeschrieben. Es bleibt spannend.
Hier geht es zum Youtube-Kanal: www.youtube.com/c/eemoldemount