ZÜRICH

UBS schreibt weiter rote Zahlen - und schüttet Boni aus, so hoch wie das Minus

Die UBS AG hat für das vierte Quartal einen Verlust vorgelegt. Wesentlich verantwortlich dafür waren Strafzahlungen im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Libor- Manipulation sowie Kosten für die Neuorganisation der Bank und dem damit verbundenen Personalabbau von bis zu 10.000 Stellen. Wie die größte Schweizer Bank gestern aus Zürich berichtete, lag der Nettoverlust im vierten Quartal bei 1,89 Mrd. Schweizer Franken (rund 1,53 Mrd. Euro) nach einem Gewinn von 323 Mio. Franken im Vorjahreszeitraum.

Massive Umstrukturierung

Die Bank will für 2012 eine Dividende in Höhe von 15 Rappen ausschütten, im Vergleich zu 10 Rappen im Vorjahr. Ihre risikogewichteten Aktiva reduzierte die UBS 2012 auf Pro-Forma Basis nach Basel III bereits um 81 Mrd. Franken. Die risikogewichteten Aktiva lagen zum Jahresende nach Angaben der Bank bei 131 Mrd. Franken. UBS-CEO Sergio Ermotti steigt zudem aus dem kapitalintensiven Handel mit Festverzinslichen Wertpapieren zum größten Teil aus. Stattdessen soll sich die Bank auf die Vermögensverwaltung konzentrieren und die Eigenkapitalrendite auf mindestens 15 Prozent verbessern. Darüber hinaus will die Bank ihre Lira-, Euro- und Dollaranleihen im Volumen von bis zu fünf Mrd. Franken in einem Tenderverfahren zurückkaufen, um ihre Finanzierungskosten zu senken. Der Schuldenrückkauf könnte zu einer Verengung der Bonitätsaufschläge und einer deutlichen Belastung im ersten Quartal führen, so Finanzvorstand Tom Naratil. Der Verwaltungsratsvorsitzende Axel Weber sagte in einem Interview im Januar, die Markttrends hätten sich zwar verbessert, aber er erwarte in diesem Jahr eine holprige Erholung. Trotz ihres Milliardenverlustes für das Gesamtjahr 2012 schüttet das Geldhaus Boni in Höhe von 2,5 Mrd. Franken aus, ähnlich hoch wie der Jahresverlust, der für letztes Jahr 2,511 Mrd. Franken (2,03 Mrd. Euro) beträgt. Mit dem neuen Vergütungsmodell erhalten Topmanager aber unmittelbar höchstens eine Million Franken an Bonus in bar. Insgesamt lägen die Boni 2012 um sieben Prozent tiefer als im Vorjahr und um 42 Prozent tiefer als 2010, so Ermotti. Der Bonus-Pool habe damit den niedrigsten Stand seit Ausbruch der Finanzkrise erreicht. Die gute Nachricht für die Bank: Sie kann auch einen Geldzuflüssen durch neue Kunden vermelden. Der Nettofluss in der Vermögensverwaltung nahm um 11,3 Mrd. auf 46,9 Mrd. Fr. im gesamten vergangenen Jahr zu. Insgesamt verwaltet die UBS ein Vermögen von 2.230 Mrd. Franken. MM