CLAUDE KARGER

Hm. Der Umstand, dass eine Partei, in diesem Fall die CSV ihr Wahlprogramm weniger als zwei Monate vor den Parlamentswahlen noch nicht vorgelegt hat, soll ein „Schachzug“ sein, wie eine Leitartiklerin der Erzbistumszeitung dieser Tage meinte? Dadurch „macht sie sich nicht angreifbar und hält sich gleichzeitig alle Möglichkeiten offen“. Lies: Koalitionsmöglichkeiten. Ob der Wähler, der also erst kurz vor Torschluss den angeblich so tollen „Plang fir Lëtzebuerg“ der einstigen Juncker-Partei wird erfahren dürfen, bei all der Taktiererei überhaupt in der Rechnung vorkommt? „Na ja, Plan ist vielleicht übertrieben“, meint der „T“-Editorialist, der in dem bisher scheibchenweise vorgestellten Zukunftsgeplauder der größten Oppositionspartei vielmehr eine Anhäufung von Belanglosigkeiten sieht. Da würden längst bekannte Herausforderungen wortgewaltig umschrieben - besser wäre, man hätte den Platz für Lösungsansätze genutzt -, zum Teil würden gar offene Türen eingerannt. Schließlich soll der Eindruck vermittelt werden, die Dreier habe fünf Jahre lang geschlummert... „Ein Blick darin lohnt sich, auch wenn die Lektüre kaum spannender ist als die Gebrauchsanweisung eines Rasenmähers“, schreibt das „T“ über Wahlprogramme. Der Vergleich der Programme lohnt ebenfalls. Und ein Blick fünf, sechs, zehn Jahre zurück erst!