LUXEMBURG
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Unwetter von Juni 2018: Erste Schätzungen sprechen von sieben bis acht Millionen Euro

Überschwemmte Straßen, vielerorts Erdrutsche und umgestürzte Bäume: In der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni brach über Luxemburg eine Sintflut herein. Die Regierung aktivierte den nationalen Krisenstab, besonders im Osten des Landes war die Lage katastrophal. Durch die massiven Regenfälle und die damit verbundene Überschwemmungskatastrophe wurde die Region Osten mit der Gegend Müllerthal-Echternach sowie Greiveldingen am heftigsten getroffen und es kam zu sehr hohen Sachschäden. „Dank des großen Einsatzes der Feuerwehr- und Rettungsdienste sowie vieler Freiwilliger konnte schnelle Akuthilfe geleistet werden, um die Betroffenen kurzfristig aus ihrer Not zu befreien“, resümieren die CSV-Abgeordneten Françoise Hetto-Gaasch, Léon Gloden und Octavie Modert in einer parlamentarischen Anfrage.

Drei Straßen komplett zerstört

Neben den Schäden für Privatpersonen und Betriebe wurden auch etliche Straßen zerstört und sind folglich momentan nicht befahrbar. In diesem Zusammenhang möchten die Abgeordneten aus dem Nachhaltigkeits- und dem Familienministerium erfahren, ob es eine Auflistung aller Straßen gibt, die im Zuge der Überschwemmungen zerstört wurden, und ob alle Betroffenen der Überschwemmungen entlang der Ernz im Jahr 2016 mittlerweile entschädigt sind.

Im Zuge der Überschwemmungen in der Nacht vom 1. zum 2. Juni wurden Teile der folgenden Straßen komplett zerstört; CR364 Echternach (N10)-Berdorf, CR364 Vogelsmühle-Berdorf und CR128 Beaufort - Haller.

Diese Straßen, inklusive der Stütz- und Brückenbauwerke, müssen saniert beziehungsweise neu aufgebaut werden, wie der zuständige Minister Bausch ausführt. Weitere Straßen seien erodiert oder verschüttet worden und müssten ebenfalls in Stand gesetzt werden. Zusätzlich seien, verteilt über den Osten und Zentrum des Landes, weitere Straßen und Autobahnen in den letzten Wochen durch die schweren Regengüsse überschwemmt worden beziehungsweise es gab Rutschungen an den Hängen, wie zum Beispiel an der N10 Wasserbillig-Moersdorf. Die Dauer und die Kosten aller Reparaturarbeiten seien momentan durch die komplexe örtliche, geologische und bautechnische Situation im Müllerthal nur bedingt abzuschätzen.

Die Straßenbauverwaltung sei gleichzeitig mit der Erhebung der Schäden, der Ermittlung der Reparaturmaßnahmen, der geologischen und bautechnischen Studien und der Beseitigung der weniger schweren Schäden im Gange, stellt Bausch klar. „Eine erste vorsichtige Schätzung der Kosten ergibt einen Wert von sieben bis acht Millionen Euro.“

Berdorf besondersbetroffen

Bezüglich der Verkehrsbeeinträchtigungen sei für Berdorf mit seinen 1.264 Einwohnern die Situation dramatisch, da zwei von drei Zufahrtsstraßen nicht mehr befahrbar sind und die Erneuerung der zerstörten Straßenabschnitte mit dem kompletten Unterbau nicht kurzfristig durchführbar sei. Die Einwohner des Ortes Berdorf seien gezwungen, eine Umleitung über den CR 137 nach Consdorf zu fahren, so Bausch. Im Jahr 2016 habe das Familienministerium 107 Anfragen auf Entschädigungen von Betroffenen der Überschwemmung entlang der Ernz erfasst. Davon seien zum jetzigen Zeitpunkt bis auf eine Anfrage alle abgeschlossen. In diesem einen Fall habe der Versicherer noch keine Stellung bezogen, schreibt Bausch.