PASCAL STEINWACHS

Kommunalpolitiker aller Länder, vereinigt euch (und kündigt euer „Wort“-Abonnement), denn was die Erzbistumszeitung sich am Samstag in ihrem politischen Wochenrückblick in Bezug auf die „Geschlechtergleichheit an den Gemeinderatstischen“ geleistet hat, ist pure Misandrie, ist sie doch der Meinung, dass es hierzulande „ein ungeschriebenes Gesetz“ zu sein scheint, „dass Schärpenträger in Luxemburg meist männlich sind, sie aufgrund ihrer Haarpracht als graue Eminenz beziehungsweise Häuptling Silberlocke zu erkennen sind, und sie einen mehr oder minder ausgeprägten Wohlstandsbauch vor sich her tragen“. Frechheit! Bei einer Frau hätte sich die Postille so einen Kommentar nicht getraut.

Da loben wir uns doch das „Tageblatt“, das am gleichen Tag nicht nur mit der schönen Überschrift „Die Welt ist scheiße“ aufzuwarten wusste, sondern auch noch ein tolles Interview mit Kammerchef Fernand Etgen im Angebot hatte, in dem dieser über seine Arbeit spricht. So habe sein kleiner Enkel das Bild im Kopf, „wie sein Opa oben im Parlament sitzt und auf die Glocke haut“; viele Menschen hätten dasselbe Bild im Kopf. Was für die Kommunen gilt (Mann, Haarpracht, Bauch), gilt übrigens auch für das Abgeordnetenhaus...