Seit Jean-Claude Juncker nur noch Ex-Premierchef ist und sich auf seine alten Tage wegen der arglistigen Bösartigkeit von Blau-Rot-Grün sogar nach einem neuen Job im Brüsseler Exil umsehen musste, ist es erfreulich ruhig um ihn geworden. Allerdings nicht ruhig genug, als dass er hin und wieder nicht doch noch die ein oder andere Auszeichnung bekommen würde. So zum Beispiel am vergangenen Freitag, als ihm das österreichische „Netzwerk Soziale Verantwortung“ zum Welttag der Sozialen Gerechtigkeit den Jurypreis „Schandfleck des Jahres“ zusprach. Juncker sei nämlich nicht nur „der politisch verantwortliche Architekt der Steueroase Luxemburg“, die die Gemeinschaft um ihre Steuereinnahmen prelle, sondern sei auch eine „Symbolfigur für das Europa der Konzerne, für Sozial- und Demokratieabbau sowie Regulierungsverhinderung im Interesse von Kapital und Profit“. Für Leute wie ihn, „sollte es keinen Platz in der EU-Führung geben, schon gar nicht den des Präsidenten der europäischen Kommission”.

Die Sache ein für allemal auf den Punkt brachte gestern im „Wort“ indes der CSV-Politiker Laurent Mosar: „Der Politik fehlt es an Kompetenz“. Und wir dachten schon, es wäre das Wetter...