CLAUDE KARGER

Definitiv nicht vom Hocker gehauen hat den LW-Wochenrückblicker das TV-Duell Juncker/Schulz vom Donnerstag. „Die 90-minütige TV-Auseinandersetzung hat etwas von Schattenboxen und Großer Koalition in EU-Format“. Kuschel-Wahlkampf zwischen zwei alten Europa-Füchsen halt. Andere Auseinandersetzungen haben da schon epischeres Format: „Das ,Imperium‘ schlägt zurück“ titelte das LW am Samstag über die Zerwürfnisse zwischen drei Beamten und dem Finanzminister. Wer da wohl der böse „Imperator“ ist? Bitterböse ist immer noch das größte Oppositionsimperium. Während der ungeduldige Vize-Fraktionsboss der Majorität im LW wieder mal vorwirft, das Land nicht in ein paar Monaten umgekrempelt zu haben, berichtet der Félix aus Kehlen vom Plausch mit einem „Shanghai-Chines“. Dem er erklären musste, dass im „Palais“ kein König wohnt und die Luxemburger nicht „enorm vill Kachkéis“ verdrücken. Derweil spottet ein Schnabelgetier über die Mode in „Gambia“ und den omnipräsenten „Charel“. „Schattenboxen“ vom feinsten halt, ganz nach der Wiseler-Doktrin: ultra-konstruktive Opposition. Dabei scheint er selbst daran zu zweifeln: „Ja, mag sein, dass auch wir uns in der Opposition, wie es von Seiten der Majorität behauptet wird, noch schwer tun!“ Damit das ändere, müsse die Regierung mal was vorlegen. Konstruktiv sein kann man doch auch allein, oder?