CLAUDE KARGER

Wir wissen nicht, was in der Escher Kanalstrasse derzeit so gebacken wird. Dem „Tageblatt“-Leitartikler scheint jedenfalls dieser Tage der Geruch von „Spekulatius“ in die Nase gestiegen zu sein. Vielleicht atmete er diesen aber auch beim Campen vor dem Aussenministerium ein, wo gerade die zweite DP/LSAP/Gréng-Koalition in aller Diskretion geschmiedet wird. Vor Weihnachten soll die Sache ganz sicher geritzt sein, sagte der „Formateur“. Aber „so viel Geduld haben zahlreiche Vertreter der nationalen Presselandschaft nicht aufbringen wollen und die Schattenregierungen multiplizieren sich“. Heiliger Spekulatius sei dank will das „T“, „solch vorweihnachtliches Gebäck“ aber „nicht präsentieren und stattdessen auf verifizierbare Tatsachen warten“. Naja, verifizierbar ist ja bereits, wer aufgrund seiner Wahlresultate Anspruch auf einen Regierungsposten anmelden kann. Das „Land“ hat die Liste gestern veröffentlicht mit Rücksichtnahme auf die öffentlichen Bekundungen der Verzichter. Wie Nico Schmit, der ankündigte, nach Brüssel ziehen zu wollen. Dafür seien nun „alle in der LSAP böse auf ihn“, habe er doch „das Postengerangel öffentlich gemacht“. Denn anscheinend war auch Vizepremier Etienne Schneider an einem Abflug interessiert. Nun wird er wahrscheinlich weiter vizepremieren - und vielleicht in ein paar Jahren diplomatiecheffieren? Alles Spekulatius natürlich.