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Angespielt: Bit.Trip Runner2

Es gibt nur wenige Indie-Entwickler, die so konstant Qualität abliefern, wie Gaijin. Ihr Name ist bereits synonym geworden mit ihrer „Bit.Trip“-Serie, die abstrakte Konzepte nutzt und sie in Retro-Klamotten packt. Charme und Simplizität sind da die hervorstechendsten Merkmale und es ist die schnörkellose Direktheit, die Spieler immer wieder zu den einzelnen Titel zurückkehren lässt. War die Serie ursprünglich noch Wii-exklusiv, sind zahlreiche Titel nachträglich auf anderen Plattformen erschienen. Mit „Bit.Trip Runner2“ ist Gaijin auf der Wii U wieder in heimischen Gefilden, doch es hat sich einiges geändert.

Rasanter Reaktionstest

Vom reichlich abstrakten Atari-Look ist nämlich fast nichts mehr übrig geblieben. Obwohl „Runner2“ immer noch auf einer zweidimensionalen Ebene läuft, ist hier dreidimensionale Polygongrafik am Werk, die jedoch auf eine Art genutzt wird, als sei sie direkt aus einem Comic herausgerissen worden. Das Konzept bleibt bei dem, was der Erstling vorgemacht hat: Bei Runner läuft die Figur von selbst, die Spieler übernehmen nur das Springen, Rutschen und Kicken. Durch die konstante Geschwindigkeit und der kniffligen Platzierung der Hindernisse werden hier vor allem zwei Dinge verlangt: Schnelle Reflexe und ein gutes Gedächtnis. Denn Scheitern ist hier vorprogrammiert, da der Schwierigkeitsgrad vergleichsweise hoch. Jedoch wirft das Spiel einen sofort an den Anfang des Abschnittes zurück, es geht also wenig Zeit verloren. Das ist umso besser, stellt sich dadurch kein Frust und ein wirksamer Lerneffekt ein. Hier glänzt „Runner2“, denn egal wie oft man die Passagen nicht hinbekommt, man möchte trotzdem weitermachen, da man eben nicht zu viel Zeit verliert. Da fällt es positiv auf, dass es mittlerweile in der Mitte der Level ebenfalls einen Speicherpunkt gibt.

Üppiger Umfang

Die Länge von „Runner2“ wird also weniger durch den Schwierigkeitsgrad vorgegeben, als das noch beim Original der Fall gewesen ist. Fünf Welten mit je 14 Level und zahlreichen sammelbaren Gegenständen sowie frei spielbaren Level bieten genug Inhalt, um Spieler bis zu acht Stunden zu fesseln. Das Design packt nachhaltig und die Einbindung eine Online-Highscores motiviert all diejenigen, die nie genug Punkte sammeln können. „Runner2“ hebt sich also in allen wichtigen Bereichen positiv von der Vorgänger-Serie ab und man darf gespannt sein, was Gaijin sich noch alles für die Spieler ausdenken wird (erhältlich für 15€ auf Wii U, Xbox Live Arcade, PlayStation Network und Steam).