CLAUDE KARGER

Das „Journal“ mit dem Maut-Deal, RTL mit einem Restverkauf oller Karren aus dem Parking Aldringen, das „t“ mit seinem Quoten-Torpedo für die Pfingst-Schippertour, das „Wort“ mit dem Fuchstunnel bei Knaphoscheid: Die Medien hatten sich wieder einiges einfallen lassen, um ihre Kunden ordentlich in den April zu schicken. An der Reineke-Story sei „so ziemlich alles erstunken und erlogen“, gab gestern das E-„Wort“ zu, „kein Tunnel, kein amerikanischer Professor, kein duftvoller Riechköder, keine euphorische Blanche Weber ... Dafür aber hoffentlich den ein oder anderen Schenkelklopfer!“ Uff. Das dachten wir auch, als der geopolitisch heikelste Aprilscherz endlich aufgelöst wurde: Nachdem die britische Webseite EUObserver spaßeshalber gemeldet hatte, dass Frankreich die beiden von Russland bestellten Mistral-Streitboote nicht dorthin, sondern an die neue EU-Armee liefern würde und eins davon „Juncker“ getauft und in Luxemburg vertäut werden soll, brach in Moskau die Hölle los. Fast die ganze Presse dort übernahm den Gag als „Eilmeldung“. Die EU-Kommission hatte alle Hände voll zu tun, um die rasenden Russen zu beruhigen. So ein „poisson d’avril“ kann also ganz schön giftig sein. Der beste, der uns gestern untergekommen ist, war allerdings in Kuchenform. Und sehr lecker.