LUXEMBURG-HOLLERICH
PATRICK VERSALL

Evangelia Rigaki komponierte die Musik für die Bühnenproduktion

Evangelia Rigaki lag im Frauenkrankenhaus und erhielt Besuch. Nichts Ungewöhnliches, allerdings handelte es sich bei beim Besuch nicht um Verwandte und Bekannte, sondern um die Koordinatoren des neuen TRAFFO-Bühnenstücks „Monsieur Jean et Monsieur Jean“ (siehe Kasten). Die gebürtige Griechin, die am Dubliner Trinity College unterrichtet, erhielt am Krankenbett das Angebot, zeitgenössische Musikkompositionen für Kinder zu schreiben, die vom Ensemble „United Instruments of Lucilin“ während des Stücks live gespielt werden. Die Dozentin willigte ein und genoss ein hohes Maß an künstlerischer Freiheit. „Ich durfte nur keine Kindermusik schreiben, wie sie in den Disney-Kinderfilmen zu hören ist“, erzählt die Komponistin mit einem leichten Lachen. Rigaki sitzt vor der Bühne des EXIT07-Musiksaals im CarréRotondes, wo morgen Abend das Stück von Angnès Limbos Premiere feiert. Seit Februar war sie regelmäßig in Luxemburg, um mit den vier Musikern des Ensembles die Titel zu proben.

Violinen und Bohnen

Die Komponistin bekam von der Regisseurin zwei Zeilen Text von jeder Szene, auf denen ihre Partituren fußen. Ein paar Extravorgaben seitens der Regisseurin habe es nur für die letzte Szene des Stücks gegeben, erinnert sich die zwischen Irland und Luxemburg pendelnde Musikdozentin. „Mein Mann arbeitet in Luxemburg“, erklärt sie. Die Komponistin versucht anhand ihrer Kompositionen jungen Zuschauern die Ohren für die zeitgenössische Musik zu öffnen und sie gleichzeitig mit unterschiedlichen Techniken vertraut zu machen. Denn die „Lucilin“-Musiker erzeugen nicht nur Klänge mit Violinen oder Posaunen, sondern auch mit ... Bohnen und Schiefertafeln. Nach der Premiere kehrt die Griechin nach Irland zurück. Projekte in Luxemburg würden sie allerdings immer interessieren, betont Rigaki.