TORONTO
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„HMS Terror“ war Teil einer fehlgeschlagenen Suche nach der Nordwestpassage

Das britische Expeditionsschiff „HMS Terror“ ist 170 Jahre nach seinem Verschwinden wieder entdeckt worden. Es war Teil einer fehlgeschlagenen Expedition, mit der der Polarforscher Sir John Franklin in den 1840er Jahren die legendäre Nordwestpassage durch das Nordpolarmeer finden wollte. Das zweite Schiff unter Franklins Kommando, die „HMS Erebus“, war ebenfalls gesunken und 2014 gefunden worden.

Der Fundort der „Terror“ liege rund 50 Kilometer entfernt von jenem der „Erebus“, in einer Bucht von King William Island, teilte die kanadische Marine am Montagabend (Ortszeit) mit. „Es ist eine perfekte Zeitkapsel“, sagte Adrian Schimnowski, dessen Forschungsschiff die „Terror“ bereits am 3. September entdeckt hatte. Seitdem habe man unter Wasser unter anderem eine Kanone und eine Ankerwinde identifiziert. Das Steuerruder sei in perfektem Zustand, sagte Schimnowski. Pläne, die beiden Schiffe zu heben, gibt es nicht.

Auf die Spur der so weit von der „Erebus“ entfernten „Terror“ seien die Forscher durch einen Bewohner des nahe gelegenen Ortes Gjoa Haven gekommen, sagte Schimnowski. Dieser habe ihm berichtet, dass er bei der Jagd in der Bucht den Mast aus dem Wasser habe ragen sehen.

Mit dem Fund der „Terror“ ist das Schicksal der Franklin-Expedition endgültig geklärt. Der Kapitän und 128 Mann hatten sich im Jahr 1845 aufgemacht, um die damals noch sagenumwobene Nordwestpassage durch das Nordpolarmeer zu finden, die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet und damit eine Abkürzung nach Asien darstellt. Der Tod aller 129 Mann war die größte Tragödie der Arktisforschung.