LUXEMBURG

Das Traffo zieht nach der vierten Auflage einen provisorischenSchlussstrich unter das ID-Theaterprojekt

Wenn alles vorbei ist, geht es erst richtig los. Diese abgedroschene Phrase trifft dieses Jahr auf die vierte Auflage des ID-Traffo-Theaterprojektes (siehe Kasten) im Hollericher CarréRotondes zu.

Nach der erfolgreichen Inszenierung von „Sechs Räuber“ - frei nach Friedrich Schillers „Die Räuber“ - im vergangenen Jahr, bringen die jungen Mimen ab dem 20. Februar ihre eigene Fortsetzung des Stoffs auf die Bühne. Ihr Drama-Kreation „ID-La Poupée Bleue“ knüpft nahtlos an die Schlussszenen des Schiller-Bühnenwerks an.

Der Räuberhauptmann Karl sieht sich mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Bei einem Aufenthalt im Krankenhaus erscheint ihm sein ehemaliger Räuberkumpane Schufterle, der einst ein Kind ins Feuer geworfen hat und daraufhin vom Räuberhauptmann aus der Kriminellen-Bande verbannt wurde. Zu allem Überfluss ist Karls Ärztin auch noch die Mutter des den Feuertod gestorbenen Kindes.

Unter den Fittichen von Theaterregisseurin Milla Trausch haben die Darsteller eine Fortsetzung des Dramas gesponnen. Die selbst verfassten Dia- und Monologe wurden mit Originalzitaten aus Schillers Bühnenstück gespickt: Die Schiller-Schnipsel wurden streng genommengesampelt.

Die blaue Puppe- ein Spielzeug, das Schufterle einst an dem Ort gefunden hatte, wo er das Kind in die Flammen geworfen hatte - leitet den Zuschauer als blauen Faden durch das gesamte Stück, einer lange Reise in Karls Vergangenheit, wo ihm die Dämonen aus seinem früheren Leben begegnen.

Die Hauptrolle hat übrigens der aus dem luxemburgischen Kinderfilm „D’Schatzritter an d’Geheimnis vum Melusina“ bekannte Anton Glas übernommen.

Kurz vor der Premiere des vierten Jugendstücks mussten die Traffo-Verantwortlichen mitteilen, dass sie nach der letzten Vorstellung der „Poupée Bleue“ einen provisorischen Schlussstrich unter das partizipative ID-Projekt ziehen werden. Man gönnt sich und den am Projekt beteiligten Partnern eine Auszeit. Des Weiteren muss sich das Traffo-Team 2014 auf den bevorstehenden Umzug zurück in seine alte Heimat, die CFL-Rotunden, vorbereiten, was natürlich ebenfalls Zeit beansprucht. Zu guter Letzt wird sich ID-Regisseurin Milla Trausch während zwei Jahren aus dem Arbeitsalltag ausklinken, um sich weiterzubilden.pav