CLAUDE KARGER

„Gambia im freien Fall“, „Liebesentzug für Blau-Rot-Grün“, „Die Party ist vorbei“. Das Haus Saint-Paul lässt keine Schlagzeile aus, um der Bettel-Truppe das Polit-Monitor um die Ohren zu hauen. Ein findiger Schreiber ereifert sich sogar, mühsamst Parallelen zwischen einem Bild des Premiers unter einem schwarzen Schirm beim Empfang des spanischen Königs und einem Foto des pudelnassen französischen Präsidenten ohne Schirm bei einer Gedenkfeier herbei zu schreiben. Eine „Analyse“-Übung, die freilich exklusiv dazu dient, Bettel in die Nähe des im Umfragetief dümpelnden Hollande zu rücken. „So schlimm, wie es um den unbeliebten französischen Staatspräsidenten bestellt ist, so schlimm hat es Premierminister Bettel in den Umfragen allerdings nicht erwischt. Auf dem Bettel-Bild - anders als auf dem Hollande-Foto - ist daher auch kaum Regen zu sehen“. Hä? Ganz großes Kino! Zum Glück behält ein anderer „Wort“-Kommentator den Durchblick: „Noch bleiben vier Jahre, um politische Erfahrung zu sammeln und die Scherben zu kitten“. Und für die CSV sei dies eine Gelegenheit, sich zu erneuern und Profil zu zeigen. Das scheint nach Umfragewerten nicht Wiseler, nicht Spautz, sondern Viviane Reding am besten gelungen zu sein. Ob das „Escher Mädchen“ 2018 als Spitzenkandidatin „incontournable“ wird? Das wird uns die Zukunft verraten.