DEN HAAG
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Über 60 Personen bei Polizeiaktionen gegen die albanische Mafia verhaftet

Mit Unterstützung von Europol wurden im Aktionszeitraum vom 3. bis 5. April während zeitgleicher Operation in Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Italien 64 Mitglieder eines albanisch-sprachigen Netzwerkes verhaftet.

600 Beamte im Einsatz

Rund 600 Beamte der unterschiedlichsten Behörden beteiligten sich an der Operation, wie Europol mitteilte. Es wird angenommen, dass die Verdächtigen illegal Drogen produziert und damit gehandelt haben - in Verbindung mit Menschenhandel, Prostitution und Geldwäsche.

Die Aktion war Folge einer komplexen Untersuchung der Aktivitäten in Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Italien und dem Vereinigten Königreich gegen die tätige Bande. Es wird angenommen, dass die Verdächtigen mindestens ein Dutzend Cannabisplantagen angelegt haben, die in Belgien und Nordfrankreich verteilt sind. Einige der Verdächtigen waren auch in einen Fall von Menschenhandel in Frankreich verwickelt.

39 Durchsuchungen

55 Personen wurden in Belgien verhaftet, darunter die Köpfe der Bande, sieben in den Niederlanden und zwei weitere in Frankreich - dies alles in Zusammenarbeit der belgischen Polizei mit der französischen Gendarmerie, der niederländischen Polizei, der italienischen Anti-Mafiabehörde als auch der britischen Metropolitan Police.

Europol unterstützte die Untersuchung von Anfang an, indem die Behörde den Informationsaustausch erleichterte. Am Aktionstag wurden sechs Europol-Experten vor Ort nach Belgien, Frankreich und in die Niederlanden geschickt, um den Informationsaustausch in Echtzeit zu ermöglichen, die im Rahmen der Aktion gesammelten Informationen von Europol zu überprüfen sowie Daten aus 14 beschlagnahmten mobile Geräte zu extrahieren.

Bis jetzt hat diese Operation zu 39 Durchsuchungen von Räumlichkeiten, dem Auffinden von 15 Indoor-Hanfplantagen und der Beschlagnahmung von 8.255 Cannabispflanzen, rund 100.000 Euro in bar und Gold, vier Luxusfahrzeugen sowie 63 elektronischen Geräten geführt.

Projekt ONNET

HINTERGRUND

Diese Untersuchung ist Teil des italienischen „Antimafia Projekt ONNET“, einer von der EU finanzierten Initiative zur Bekämpfung mafiaartiger organisierter Kriminalitätsgruppen, die in Europa aktiv sind. Das Projekt wurde im November 2018 am Hauptsitz von Europol gestartet und umfasst sechs Mitgliedstaaten (Italien, Belgien, Frankreich, Deutschland, die Niederlande und Spanien) sowie Europol. Das Projekt ONNET zielt auf die kriminellen Gruppen im Mafia-Stil in ihrer Gesamtheit ab und nicht auf eine oder mehrere ihrer spezifischen kriminellen Aktivitäten. Die albanische organisierte Kriminalität ist nach wie vor eine Bedrohung, die Europol sehr ernst nimmt, wie es offiziell heißt. Bereits im März trafen sich Experten für albanisch-sprachige organisierte Kriminalität am Sitz von Europol in Den Haag, um darüber zu diskutieren, wie diese gewalttätigen Mafia-Clans besser bekämpft werden können. Es wird erwartet, dass weitere Operationen dieser Art in naher Zukunft stattfinden werden, da die Strafverfolgung ihre Reaktion auf diese Kriminalität verstärkt.