DEN HAAG
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Gemeinsame Aktion französischer und rumänischer Behörden

Französischen und rumänischen Behörden ist ein weiterer Schlag gegen die Zuhälterei und den Menschenhandel gelungen. Bei einem gemeinsamen Eingriff konnte gegen rumänische Kriminelle vorgegangen werden. Zehn Verdächtige wurden hierbei festgenommen, sieben davon in Rumänien und drei in Frankreich. Zwei Verdächtige wurden über einen europäischen Haftbefehl festgenommen. Fünf Orte wurden in Rumänien außerdem durchsucht. Hierbei wurden Waffen gefunden. Immobilien wie auch Fahrzeuge wurden beschlagnahmt.

Zur Prostitution gezwungen

Die Frauen, welche Opfer dieser organisierten Kriminellen wurden, stammen aus unterpriviligierten Familien aus ländlichen Gegenden. Sie wurden von den mutmaßlichen Tätern zur Prostitution gezwungen, dies vor allem in der Region Constanta in Rumänien wie auch im Raum der Pariser Großstadt. Die Frauen wurden in gemieteten Appartements untergebracht und ihre Aktivitäten wurden über spezialisierte Escort-Seiten im Netz beworben, so Eurojust in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung.
Die Verdächtigen sollen die Zuhälterei ermöglicht und überwacht haben, während zwei der festgenommenen Personen selbst in der Prostitution aktiv gewesen sein sollen. Sie sollen außerdem die Aktivitäten organisiert und überwacht haben. Die Gewinne aus den Verbrechen wurden nach Rumänien geschickt. Hier wurden sie genutzt, um Immobilien und Luxuswagen zu kaufen.
Eurojust unterstützte die Ermittlungen
Eurojust unterstützte die Ermittlungen in beiden Ländern. Dies tat sie sowohl im Bereich der Kooperation als auch mit der zur Verfügungstellung von insgesamt 18.000 Euro. Bei den Ermittlungen waren sowohl die Staatsanwaltschaft des Gerichtshofs von Contanta, die Landespolizei in Rumänien wie auch das „Tribunal Judiciaire“ in Bobigny und das „Office Central pour la Répression de la Traite des Êtres Humains“ in Frankreich beteiligt.
Im Juni 2019 hatten die Behörden beider Länder eine ähnliche Kooperation durchgeführt. Hier wurden in beiden Ländern 13 mutmaßliche Täter festgenommen und 13 Opfer aus ihrer Lage befreit. Diese Gruppe hatte zwischen 2017 und 2019 einen Umsatz von 1,2 Millionen Euro erzeugt.

„Lover Boy“-Ring im März ausgehoben

Bereits im März war ein Ring an Menschenhändlern aufgeflogen, die auf die sogenannten „Lover Boy“-Methode zurückgriffen. Hier wurden die weiblichen Opfer unter dem Deckmantel einer romantischen Beziehung zur Prostitution gezwungen wurden. In diesem Fall waren ebenfalls rumänische Frauen betroffen. Auch dieses kriminelle Netzwerk nutzte die Gewinne, um damit Immobilien in Rumänien zu kaufen oder es in Schmuck zu investieren, so Europol. Mehr als 40 Frauen befanden sich unter den Opfern dieser Gruppe.