LUXEMBURG
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Wohin mit den Rückständen der Abwasserklärung? Studie für nationale Strategie in Ausarbeitung

Was am Ende der Abwasserklärung bleibt, ist Schlamm. Und der ist oft hoch mit Nitraten und Phosphaten, Schwermetallen und anderen Substanzen belastet. Aber was passiert mit den Tausenden Tonnen, die jährlich anfallen?

Dazu sucht der adr-Abgeordnete Jeff Engelen mittels parlamentarischer Frage Aufschluss bei Umweltministerin Carole Dieschbourg (déi gréng), die ja am vergangenen 6. Dezember im Rahmen der Vorstellung des Nationalen Energie- und Klimaplans auch eine Klärschlammstrategie bis Ende 2020 angekündigt hat.

Bis Ende des Jahres

Wie aus der Antwort auf Engelens Frage hervorgeht, läuft derzeit eine „Klärschlammstudie“, zu deren Begleitung eine Arbeitsgruppe geschaffen wurde, die aus Vertretern der kommunalen Kläranlagenbetreiber, der Wasserverwaltung, der Umweltverwaltung, sowie aus den Ministerien für Landwirtschaft und Umwelt besteht.

„In dieser Studie wird unter anderem analysiert werden, wie sich zukünftige Quantitäten und Qualitäten von Klärschlamm entwickeln und welche Möglichkeiten sich bieten, um Klärschlamm nachhaltig zu verwerten“, erklärt die Umweltministerin.

Die Studie soll Ende dieses Jahres abgeschlossen werden und konkrete Maßnahmen nach sich ziehen.

Experten weisen bereits seit längerem darauf hin, dass eine solche Strategie aufgrund immer höherer Mengen und sich verringernden Verwendungsmöglichkeiten für Klärschlämme bitter notwendig ist. Die Auflagen für die Verwendung in der Landwirtschaft etwa, steigen.

Ministerin Dieschbourg erklärt so in ihrer Antwort, dass die großherzogliche Bestimmung vom 23. Dezember 2014 maximal drei Tonnen Trockenmasse pro Hektar pro Jahr gedüngter Oberfläche erlaubt. Ausgebracht werden dürfen auch nur Abwasserklärungsüberreste, in denen die Konzentration von Schwermetallen oder organischen Schadstoffen unter strikten Grenzwerten liegt.

19 Prozent in die Landwirtschaft

Aus dem rezentesten Jahresbericht der kläranlagenspezifischen Abfälle ist herauszulesen, dass 2017 8.397 Tonnen Trockenmasse aus Klärschlämmen aus den 43 Kläranlagen zusammen kam.

Laut Ministerin wurden 57 Prozent davon kompostiert, 24 Prozent verbrannt und 19 Prozent wurden in der Landwirtschaft ausgebracht. Letzteres ein rückläufiger Prozentsatz, da die Flächen, auf denen Klärschlämme verwendet werden können, immer seltener werden. „Insgesamt wurden 75 Prozent des Klärschlamms in Luxemburg verwertet“, heißt es.

„Meines Wissens nicht“, antwortet Carole Dieschbourg indes auf die Frage Engelens nach einem Abkommen „mit dem Ausland“, um die Abnahme von Klärschlammresten sicher zu stellen. Die Kläranlagenbetreiber seien verantwortlich für das Management ihrer Klärschlämme - die übrigens derzeit nicht auf Medikamentenrückstände überprüft werden.