CLAUDE KARGER

Der „Wort“-Chefschreiber machte sich am Samstag mit der Abrissbirne aus den Gaspericher Wiesen auf Richtung Staatsrat. Die Hohe Körperschaft in der parteipolitisch bestimmte Leute sitzen, die ein „diskretes, aber einflussreiches Leben im Schatten“ gewohnt seien, mit einer Machtfülle, die es den „Weisen“ erlaube „wie ein Schulhoftyrann mit dem Baseballschläger zu argumentieren“, ist in den Augen des Autors nämlich eine „überholte Institution“, die weg könne - wenn etwa die „Chamber“ mit einer ordentlichen juristischen Abteilung ausgerüstet werde. Mal sehen, was aus der ohnehin vorgesehenen Staatsrats-Umkrempelei wird. Radikal umkrempeln will der US-Schattenpräsident bekanntlich die Vereinigten Staaten, wie Bannon kürzlich noch bei der Hochmesse der Konservativen seelenruhig ausführte. Ganz anders als sein Chef, der nach einem Monat im
Amt allenthalben „entsetztes Kopfschütteln bis hin zum Schleudertrauma“ auslöste, wie der „Wort“-Editorialist diagnostiziert. Für einen „T“-Kommentator ist derweil klar: „Es reicht heutzutage nicht aus, nur auf Logik zu setzen - so bedauerlich dies auch klingen mag. (...) Umso mehr müssen Politiker und so ziemlich alle öffentlichen Akteure gerade in der digitalen Welt neben den Köpfen auch die Herzen der Menschen ansprechen“. Nicht einfach, wenn der Schädel brummt.